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LNSLNS Edna O’Brian So wie McGahern in das Innenleben des ländlichen Irlands eindringt, zeigt Edna O’Brien in ihrem umfangreichen Erzählwerk die in der irischen Gesellschaft vorherrschenden sexuellen und sozialen Rollenzwänge aus weiblicher Sicht auf.
In ihrem neuesten Buch "Das einsame Haus" schildert sie die traurige Lebensgeschichte einer älteren Frau, die aus dem Pflegeheim zurückkehrt, um zu Hause zu sterben. Versponnen in ihrer Vergangenheit, zieht sie Bilanz, versucht Versöhnung mit ihrem verstorbenen Ehemann herbeizuführen. Doch der Frieden will sich so wenig einstellen wie der Frieden im Land: Eines Nachts steht ein bewaffneter Mann vor ihrem Bett. Ein Kämpfer für ein vereintes Irland, der bei Josie Zuflucht sucht. Eine ungewöhnliche, höchst sublime MutterSohn-Beziehung entwickelt sich, geschildert in einem nachdenklichen, betörenden Ton. O’Brien fokussiert hier einen mächtigen Konflikt auf zwei Figuren. Sie porträtiert in eindringlichen Szenen die zwei Gesichter eines geteilten Landes und schildert die hitzige Auseinandersetzung als Parabel für das Dilemma, an dem die Seele Irlands krankt. Der Nordirland-Konflikt – erst in den neunziger Jahren wurde dieser ein unmittelbares Thema in der irischen Literatur. Zwar wurde der letztjährige Nobelpreisträger Seamus Heaney besonders für seinen Mut geehrt, im Land der Halbwahrheiten und Verschwiegenheiten schon in seinen frühen Werken ein offenes Wort zu schreiben. Doch geschieht dies hauptsächlich auf subtile, gar mystische Art, wovon man sich in dem zweisprachig erschienenen Gedichtband "Norden" selbst überzeugen kann.
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