ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2003Feuchte Makuladegeneration: Transplantat soll Sehverlust ersetzen

AKTUELL: Akut

Feuchte Makuladegeneration: Transplantat soll Sehverlust ersetzen

Dtsch Arztebl 2003; 100(18): A-1161 / B-977 / C-913

Tuffs, Annette

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LNSLNS Wissenschaftlern der Universitäts-Augenklinik Heidelberg ist ein wichtiger Schritt bei der Behandlung der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) gelungen: Mithilfe eines feinen Lasergeräts konnten sie im Experiment Pigmentepithelzellen der Netzhaut aus der Peripherie in die Makula transplantieren. Dadurch ist eine wichtige Voraussetzung geschaffen worden, die Sehfähigkeit in der Makula – dem Fleck schärfsten Sehens – wieder herzustellen. Denn bislang ist eine Heilung nicht möglich. Das Verfahren ist patentiert und soll nun an Patienten untersucht werden. Es kann allerdings nur bei der „feuchten“ Form der AMD eingesetzt werden. Der „trockenen“ und der „feuchten“ Form ist gemeinsam, dass die Sinneszellen im gelben Sehfleck funktionsuntüchtig werden. Hauptursache für den Verlust der zentralen Sehschärfe bei der „feuchten“ AMD ist die Ausbildung von Gefäßmembranen.

Sie wachsen von der die Netzhaut umgebenden Aderhaut ein und zerstören allmählich deren biologischen Fotofilm. Diese Membranen können zwar mikrochirurgisch entfernt werden, jedoch gehen Pigmentepithelzellen – die Ernährungszellen der Fotorezeptoren in der Netzhaut – bei der Membranentfernung ebenfalls verloren. Damit die Operation das Sehvermögen wieder herstellen kann, muss der Defekt durch intakte Zellen gedeckt werden. Versuche mit fremden Spenderzellen sind bislang gescheitert, weil die Zellen abgestoßen wurden. Auch Zellsuspensionen, die aus dem erkrankten Auge gewonnen und unter die Netzhaut gespritzt wurden, waren nicht erfolgreich

Die Arbeitsgruppe von Prof. Frank Holz verfolgt daher einen weiteren Ansatz: Aus der Netzhautperipherie wird ein intakter Zellrasen von Pigmentepithelzellen präpariert und nach Entfernung der Gefäßmembran in den Bereich der Makula transplantiert. „Problematisch ist die ausreichende Ernährung der Pigmentzellen aus der Aderhaut in diesem Transplantat“, erklärte Holz. Deshalb benutzen die
Wissenschaftler einen 308-nm-UV-Excimer-Laser und entfernen überschüssiges Aderhautgewebe im Transplantat, sodass ein intakter Zellrasen überlebt. Zur Anwendung des Lasers im Auge wurden spezielle Applikatoren entwickelt, die durch ihren kleinen Durchmesser durch 0,9-nm-Öffnungen am Rand der Hornhaut eingebracht und bei dem Netzhaut-Eingriff verwendet werden können. Dr. med. Annette Tuffs
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