ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2003Medizinstudium: Mutiges Konzept

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Medizinstudium: Mutiges Konzept

Dtsch Arztebl 2003; 100(18): A-1171 / B-984 / C-920

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Ein gewichtiges „Osterei“ hält Victor Oehm, Leiter des Buchverlages im Deutschen Ärzte-Verlag, in Händen, das neue „Lehrbuch Vorklinik“. Neben ihm zwei der Mitherausgeber: rechts der Würzburger Physiologe Robert F. Schmidt, links der Heidelberger Anatom und Zellbiologe Klaus Unsicker Foto: Jörg Schmitz
Ein gewichtiges „Osterei“ hält Victor Oehm, Leiter des Buchverlages im Deutschen Ärzte-Verlag, in Händen, das neue „Lehrbuch Vorklinik“. Neben ihm zwei der Mitherausgeber: rechts der Würzburger Physiologe Robert F. Schmidt, links der Heidelberger Anatom und Zellbiologe Klaus Unsicker Foto: Jörg Schmitz
Das „Lehrbuch Vorklinik“ setzt konsequent auf den integrierten Unterricht.

Mit dem Wintersemester 2003/2004 wird die reformierte Approbationsordnung für Ärzte in die Tat umgesetzt. Pünktlich und fast so, als sei der Termin geplant gewesen, legt der Deutsche Ärzte-Verlag sein „Lehrbuch Vorklinik“ vor, dessen Konzept auf die neue Approbationsordnung abgestimmt ist. Herausgeber und Autoren setzen konsequent auf die fächerübergreifende Vermittlung des Lehrstoffes. Für Deutschland ist ein solches Konzept der Lehre zwar nicht gänzlich neu, an einzelnen Universitäten laufen solche Modelle, aber in dieser Konsequenz noch ungewohnt.
Die Approbationsordnung sieht für das gesamte Medizinstudium die integrierte Lehre vor. In der Vorklinik werden Anatomie, Biochemie und Physiologie miteinander verzahnt. Das „Lehrbuch Vorklinik“ trägt dem, ausgehend vom klinischen Fall, durchgehend Rechnung.
Mitherausgeber Prof. Dr. med. Robert F. Schmidt bezeichnete das neue Lehrbuch bei der Präsentation im Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg am 23. April als „Steilvorlage für die Umsetzung der neuen Approbationsordnung“. Die Zeit für ein solches Konzept sei reif. Prof. Dr. Klaus Unsicker, gleichfalls Herausgeber (von insgesamt fünf), merkte an, der Kanon der getrennten Fächer sei in Deutschland lange beibehalten worden, obwohl die Phase des Getrenntseins eigentlich schon längst verlassen worden sei.
Die Hoffnung der Herausgeber und des Verlages geht selbstverständlich dahin, dass ihr mutiges Konzept nun auch Widerhall findet bei Studenten und Hochschullehrern. Sie werden sich umstellen und manchmal auch mit lieben Gewohnheiten brechen müssen. Etwa 1 000 Exemplare des voluminösen Werkes (rund 2 000 Seiten, verteilt auf 4 Bände zum Preise von 199 Euro) sind, wie zu hören war, bereits an den einschlägigen Buchhandel ausgeliefert. Die eigentliche Bewährungsprobe beginnt im Herbst dieses Jahres.
Gerade wegen der am klinischen Fall orientierten Darstellung könnte das Werk übrigens auch zum kompakten Nachschlagewerk für erfahrene Ärzte werden, die sich über den aktuellen Stand des Grundlagenwissens informieren wollen. DÄ
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