ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2003Privatliquidation: Fehlentwicklung ein Ende setzen

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Privatliquidation: Fehlentwicklung ein Ende setzen

Dtsch Arztebl 2003; 100(18): A-1186 / B-1000 / C-935

Brinkmann, Karl Erich

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LNSLNS Mit Ausnahme der privaten Krankenversicherer wird von allen Anwendern, einschließlich der Gerichte, seit Jahren die Unzulänglichkeit der veralteten ärztlichen Gebührenordnung beklagt.
Nutznießer der in jeder Hinsicht obsoleten Rechtsverordnung sind die privaten Krankenversicherer. Die veralteten Leistungsbeschreibungen und -bewertungen der GOÄ entsprechen nicht mehr dem aktuellen Stand der medizinischen Wissenschaft. Das Zielleistungsprinzip wird von den Versicherern einseitig zu ihrem Vorteil interpretiert. Die Empfehlungen des Gebührenausschusses der BÄK werden von den privaten Krankenversicherern nicht anerkannt. An einer grundlegenden Reform der ärztlichen Gebührenordnung sind die Versicherungsgesellschaften aus Eigennutz nicht interessiert.
Die Behauptung der AXA-Kran­ken­ver­siche­rungs-AG, dass rund 80 % der Privatliquidationen fehlerhaft seien, ist umkehrbar. Es trifft nicht zu, dass die durch willkürliche Leistungskürzungen erzielten Einsparungen zur Beitragsstabilisierung verwendet werden. Diese Behauptung wird durch die regelmäßigen Tariferhöhungen der Gesellschaften widerlegt. Tatsache ist, dass die durch die Kürzung erwirtschafteten Überschüsse zur Bezahlung ganzer Heerscharen inkompetenter Rechnungsprüfer und Gerichtskosten wegen Abrechnungsstreitigkeiten eingesetzt werden. Davon profitieren weder Versicherungsnehmer noch Leistungserbringer.
Es wird höchste Zeit, dass der Verordnungsgeber dieser Fehlentwicklung ein Ende setzt.
Dr. med. Karl Erich Brinkmann, Haydnstraße 5, 76307 Karlsbad-Langensteinbach
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