ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2003Aids in Afrika: Therapie ist möglich

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Aids in Afrika: Therapie ist möglich

Dtsch Arztebl 2003; 100(18): A-1189 / B-1002 / C-937

Heiss, Andreas

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LNSLNS . . . Als Mitglied einer christlichen NGO (Nicht-Regierungs-(Hilfs-)Organisation) war ich schon mehrmals in Mosambik, wo seit genau einem Jahr unter Organisation der Comunità di Sant’Egidio ein öffentliches Aids-Therapie-Programm durchgeführt wird. In Mosambik (durchschnittliche Jahresausgaben der Regierung für die Gesundheit eines Einwohners von ca. 2,50 Euro!) liegt die Prävalenzrate bei ca. 16 %, und nach Schätzungen werden untherapiert ein Drittel der jetzt 15-Jährigen an den Folgen von Aids sterben. Die durchschnittliche Lebenserwartung ist in den letzten Jahren von 40 auf 32 Jahre gesunken! Im Rahmen von D.R.E.A.M (Drug Resource Enhancement against Aids in Mozambique) erfolgen in Maputo seit März 2002 in einem „dayhospital“ und anderen Gesundheitszentren kostenlose Tests (bisher über 1 200) inkl. Counselling und Verteilung von Nahrungsmitteln. Darüber hinaus wird neben der kostenlosen Behandlung der Begleiterkrankungen eine antiretrovirale Therapie (HAART) nach internationalem Standard durchgeführt.
Die wissenschaftlichen Auswertungen der ersten 240 Patienten (vor allem Schwangere und junge Mütter) zeigen in 90 % einen Rückgang der Viruslast unter die Nachweisgrenze, eine hochsignifikante Senkung der Mutter-Kind-Transmission, Minimierung der Mortalität sowie eine sehr gute Compliance (über 95 %) und Verträglichkeit. Diese sehr ermutigenden Ergebnisse wurden erst kürzlich auf der 10. Konferenz CROI (Conference on Retroviruses and Opportunistic Infections) im Februar in Boston vorgestellt.
Aids-Therapie in Afrika,
d. h. in Gesundheitssystemen mit limitierten Ressourcen, ist möglich (Tagestherapiekosten um einen Euro) und sollte dringlich in zunehmendem Maße durchgeführt werden. Resignation und Fatalismus dürfen nicht die einzige Antwort von vielen bleiben!
Nähere Informationen über: Gemeinschaft Sant’Egidio, www.santegidio.org;
E-Mail: heissa@gmx.de.
Dr. Andreas Heiss,
Schönthalstraße 6, 97070 Würzburg
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