ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2003H.-pylori-Therapie bei atrophischer Gastritis?

MEDIZIN: Referiert

H.-pylori-Therapie bei atrophischer Gastritis?

Dtsch Arztebl 2003; 100(18): A-1197 / B-1008 / C-943

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LNSLNS Bei mehr als 90 Prozent der Fälle ist eine chronische Magenschleimhautentzündung durch das Bakterium Helicobacter pylori induziert. Im Laufe der Zeit schreitet diese bis zu einer chronisch atrophischen Gastritis mit intestinaler Metaplasie fort. Unklar ist bislang, ob es einen „point of no return“ gibt, bei dem die Schleimhautschäden irreversibel sind, sodass eine Sanierung der H.-pylori-Infektion keine Restitutio ad integrum mehr bringt.
Die Autoren aus Parma führten bei 40 Patienten mit atrophischer Gastritis der Corpusschleimhaut eine Helicobacter-Therapie durch. 6 bis 12 Monate später war bei 8 von 40 Patienten eine Corpusatrophie nicht mehr länger nachweisbar, während bei 32/40 keine Befundänderung zu beobachten war. Bei diesen 8 Patienten nahmen die Serum-Gastrin-Spiegel von 265 ± 60 pg/mL auf 51,8 ± 6 pg/mL ab und es kam zu einem signifikanten Anstieg des Säure-Outputs.
In einer zweiten Studie aus Japan wurde eine Metaanalyse vorgenommen, in die 51 Studien zu diesem Thema eingingen.
Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass durch eine Sanierung der Helicobacter-pylori-Infektion Aktivität und Entzündungsintensität verbessert werden, dass es im Allgemeinen jedoch nicht zu einer Besserung der Schleimhautatrophie kommt, von Ausnahmen abgesehen. Nur in 5 von 28 Studien wurde eine Verbesserung der intestinalen Metaplasie beschrieben. w

Annibale B, Di Guilio E, Caruana P et al.: The long-term effects of cure of Helicobacter pylori infection in patients with atrophic body gastritis. Aliment Pharmacol Ther 2002; 16: 1723–1731.

Dr. B. Annibale, Clinica Medica II°, Policlinico Umberto I°, Viale de Policlinico 155, 00161 Rom, Italien, E-Mail:
bruno.annibale@uniromaI.it.

Hojo M, Miwa H, Sato N et al.: Alteration of histological gastritis cure of Helicobacter pylori infection. Aliment Pharmacol Ther 2002; 16: 1923–1932.

Prof. N. Sato, Department of Gastroenterology, Juntendo University, School of Medicine, 2-1-1 Hongo Bunkyo-ku, Tokyo 112-8462, Japan, E-Mail: nsato@med.juntendo.
ac.jp.

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