ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2003Gibt es Indikationen für Erythropoetin in der Onkologie? Großes Fragezeichen

MEDIZIN: Diskussion

Gibt es Indikationen für Erythropoetin in der Onkologie? Großes Fragezeichen

Dtsch Arztebl 2003; 100(18): A-1208

Paepke, Stefan

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LNSLNS Zu dem Artikel „Gibt es Indikationen für Erythropoetin in der Onkologie“ von Herrn Dührsen scheint mir ein Kommentar angebracht: Selbst mit der Thematik beschäftigt, wenngleich auch nur auf dem schmalen Feld der soliden Tumoren im Bereich der gynäkologischen Onkologie, war ich, den Titel lesend ausgesprochen erwartungsvoll und dann enttäuscht.
Das Fragezeichen ist nicht kleiner geworden. Zu den verschiedenen Indikationen wird eher vage Stellung genommen, eine Kosten-Nutzen-Analyse tabellarisch zusammenzustellen ohne auf deutsche Verhältnisse einzugehen ist dann am Ende auch wenig hilfreich. Gibt es nun Indikationen? Ja, welche? (Beziehungsweise welcher erythropoesestimulierende Faktor – alpha, beta, Darbpoetin alpha?) Nein, warum wird es dann angewandt?
Zurzeit wird die Wertigkeit der Erythropoetingabe, nachdem zumindest für das Hochrisikozervixkarzinom in puncto Rezidivrate ein Erfolg zu sehen ist (Blohmer et al.: ASCO 2002), im Bereich der gynäkologischen Onkologie in neoadjuvanten Kombinationsschemata für das lokal fortgeschrittene Mammakarzinom (PREPARE-Protokoll der AGO/Untch et al.) und in einem Nachfolgeprotokoll der erwähnten Zervixstudie (Blohmer et al.) geprüft. Vielleicht lassen sich Indikationsfelder in interdisziplinärer Zusammenarbeit und in einer auf deutsche Verhältnisse bezogenen Kosten-Nutzen-Abwägung finden und daraus evidenzbasiert Empfehlungen ableiten?! Damit bekäme der letzte, durchaus salomonische Satz des Artikels künftig auch konkreten Raum.

Dr. med. Stefan Paepke
Frauenklinik rechts der Isar
Technische Universität München
Ismaninger Straße 22
81675 München
E-Mail: stefan.paepke@lrz.tum.de

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