ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2003Personalberatung: Steigende Nachfrage der Krankenhäuser

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Personalberatung: Steigende Nachfrage der Krankenhäuser

Dtsch Arztebl 2003; 100(18): A-1220 / B-1028 / C-960

Flintrop, Jens

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Bei der Suche nach qualifizierten Ärzten nehmen immer mehr Krankenhäuser die Dienste von Personalberatern in Anspruch. Deren Kontakte und Erfahrungen sind besonders dann gefragt, wenn Chefarzt- oder Oberarztpositionen neu besetzt werden sollen. Dabei strebe das Krankenhaus mit einem Chefarztwechsel oft auch einen Strategiewechsel an, sagt Dr. med. Peter Windeck, auf Krankenhäuser spezialisierter Personalberater bei der Kienbaum Executive Consultants GmbH. Ein neuer Mann beziehungsweise eine neue Frau an der Spitze einer medizinischen Fachabteilung ermöglichten es dem Management, auf sich verändernde Marktbedingungen zu reagieren, indem andere medizinische Schwerpunkte gesetzt würden.
Als „Alarmzeichen“ wertet Windeck die Tatsache, dass die Krankenhäuser zunehmend auch bei der Besetzung von Assistenzarztstellen seine Beratung in Anspruch nehmen. Dies sei ein Zeichen für Ärztemangel. Ein weiterer Beleg dafür sei die Resonanz auf Stellenanzeigen, zum Beispiel im Deutschen Ärzteblatt. Hätten sich vor fünf, sechs Jahren noch 25 bis 50 Interessenten auf eine Chefarztausschreibung beworben, so liege diese Zahl derzeit nur noch bei zehn bis 15. Windeck berichtet auch von Stellenanzeigen für Assistenzärzte, auf die sich kein deutscher Bewerber gemeldet habe.
Auffallend ist, dass die Höhe der Vergütung bei der Stellenauswahl offenbar nicht mehr so eine große Rolle spielt wie noch vor einigen Jahren. Immer mehr junge Ärzte sind offenbar bereit, finanzielle Einbußen hinzunehmen, wenn die Ausbildungsbedingungen stimmen.
Was muss ein Krankenhaus bieten, um ein attraktiver Arbeitsplatz zu sein? Der Kienbaum-Berater nennt folgende Aspekte:
Unter www.aerztestellen.de sind im ersten Quartal 2003 3 072 Stellen für Ärzte veröffentlicht worden. Sie können nach Fachrichtung, Funktion und Postleitzahlgebiet durchsucht werden.
Unter www.aerztestellen.de sind im ersten Quartal 2003 3 072 Stellen für Ärzte veröffentlicht worden. Sie können nach Fachrichtung, Funktion und Postleitzahlgebiet durchsucht werden.
- Weiterbildungsermächtigungen. Je breiter das Spektrum eines Krankenhauses, desto attraktiver ist es für Ärzte.
- Weiterbildungsqualität. Potenzielle Bewerber erkundigen sich meist vor Ort, ob die Kollegen mit der Qualität ihrer Facharztweiterbildung zufrieden sind.
- Fortbildungsmöglichkeiten. Krankenhäuser, die ihre Ärzte regelmäßig für Fortbildungen freistellen, stehen bei den Bewerbern hoch im Kurs.
- Arbeitszeiten/Freizeiten. Damit das Berufs- mit dem Privatleben vereinbar ist, legen viele Jungärzte Wert auf vernünftige Arbeitszeitregelungen. Für Ärztinnen besonders attraktiv sind Krankenhäuser, an denen sie auch in Teilzeit arbeiten können.
- Arbeitsklima. Das Klima innerhalb einer Abteilung ist vor allem abhängig von den Führungsqualitäten der leitenden Ärzte.
- Vergütung. Um junge Ärze frühzeitig an sich zu binden, bieten einige Krankenhäuser Ärzten im Praktikum bereits das Gehalt eines Weiterbildungsassistenten.
- Standort. Krankenhäuser in Ballungsgebieten haben meist weniger Probleme, ihre ärztlichen Stellen zu besetzen. Jens Flintrop
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