ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2003Kapitalleben: Nicht unüberlegt abschließen

Versicherungen

Kapitalleben: Nicht unüberlegt abschließen

Dtsch Arztebl 2003; 100(18): [78]

Flintrop, Jens

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LNSLNS Nach jüngsten Äußerungen aus der Rürup-Kommission sind wieder viele Vermittler unterwegs, um die Verbraucher zu bedrängen.

Die Verbraucherzentralen Hamburg, Hessen, Sachsen und der Bund der Versicherten warnen die Verbraucher davor, übereilt neue Kapitallebens- und Rentenversicherungsverträge abzuschließen. Hinweise auf die künftige Besteuerung sollten nicht zum überhasteten Abschluss von Verträgen verleiten. Auch mit den jetzigen Steuervorteilen sei die Kapitalversicherung ein schlechter Sparvertrag und eine unzureichende Versicherung.
Die wirtschaftlichen Nachteile der Kapitallebensversicherung liegen nach Auskunft der Verbraucherschützer insbesondere in deren Intransparenz begründet. Vielfach gebe es unverhältnismäßig hohe und zudem versteckte Abschluss- und Verwaltungskosten. Zu kritisieren seien darüber hinaus die enormen Verluste, die die Versicherten beim vorzeitigen Ausstieg hinnehmen müssten. Immerhin werde nahezu jeder zweite Vertrag vorzeitig gekündigt. Es sei generell nicht sinnvoll, Geldanlage und Versicherungsschutz miteinander zu verknüpfen.
Hintergrund der Warnung ist die Äußerung der Rürup-Kommission, die Kapitallebensversicherung müsse mit allen anderen Formen der Geldanlage gleichbehandelt werden, weil Kapitallebensversicherungsverträge Geldanlage- und nicht Versicherungsverträge seien. Die Rürup-Kommission fordert deshalb die Besteuerung der Erträge künftig abgeschlossener Kapitallebensversicherungen.
Bereits Mitte 1999 hatte Finanzminister Eichel angekündigt, Erträge aus Kapitalversicherungen besteuern zu wollen. Daraufhin waren Heerscharen von Versicherungsvermittlern ausgeschwärmt, um die Verbraucher zum schnellen Abschluss neuer Kapitallebensversicherungsverträge zu überreden. Nur so könne man der drohenden Besteuerung später abgeschlossener Policen entgehen, argumentierten die Vermittler. Den unüberlegten Abschluss bereuten viele Versicherte später und kamen nur mit großer Mühe oder hohen Verlusten aus den Verträgen heraus. Hierzu dürfe es nicht wieder kommen, warnen die Verbraucherschützer.
Die Zahl der neu abgeschlossenen Lebensversicherungen lag im Jahr 2002 bei 10,22 Millionen Verträgen (plus 20,4 Prozent). Allein bei den Renten- und Pensionsversicherungen ergab sich mit einem Plus von 125 Prozent auf 3,28 Millionen Verträge ein enormer Zuwachs im Neugeschäft. Wesentlichen Anteil hieran hatten die Riester-Verträge, von denen 2,15 Millionen als Einzelrentenversicherungen neu abgeschlossen wurden. Der Gesamtbestand an förderfähigen Lebensversicherungen beläuft sich zum 31. Dezember 2002 auf 2,93 Millionen Verträge.
Die Zahl der neu abgeschlossenen Lebensversicherungen lag im Jahr 2002 bei 10,22 Millionen Verträgen (plus 20,4 Prozent). Allein bei den Renten- und Pensionsversicherungen ergab sich mit einem Plus von 125 Prozent auf 3,28 Millionen Verträge ein enormer Zuwachs im Neugeschäft. Wesentlichen Anteil hieran hatten die Riester-Verträge, von denen 2,15 Millionen als Einzelrentenversicherungen neu abgeschlossen wurden. Der Gesamtbestand an förderfähigen Lebensversicherungen beläuft sich zum 31. Dezember 2002 auf 2,93 Millionen Verträge.
JF
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