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Dtsch Arztebl 2003; 100(19): A-1242 / B-1045 / C-977

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Dr. med.Wolfgang Eckert ist Mitglied im Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und Vorsitzender der KV Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Bernhard Eifrig
Dr. med.Wolfgang Eckert ist Mitglied im Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und Vorsitzender der KV Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Bernhard Eifrig
DÄ: Mit dem Mammographie-Screening wird erstmals ein bevölkerungsbezogenes Präventionsprogramm in der ambulanten Versorgung eingeführt. Sind die Vertragsärzte darauf vorbereitet?
Eckert: Das Problem besteht nicht in der Einführung an sich, sondern in der Schnelligkeit, mit der dieses Programm eingeführt werden wird. In kürzester Zeit sind große organisatorische Aufgaben zu bewältigen, die ein abgestimmtes Verfahren der beteiligten Vertragsärzte ermöglicht. Von den Ärzten haben wir aber ein sehr positives Echo bekommen, und in den meisten KVen laufen bereits Vorbereitungen für die Einführung.

DÄ: Die Qualitätsanforderungen sind sehr hoch. Skeptiker könnten darin eine schwer zu nehmende Hürde für ein flächendeckendes Angebot sehen.
Eckert: Die Qualitätsanforderungen sind nicht nur auf Drängen der Politik, sondern ganz besonders vonseiten der KBV so hoch gesteckt worden. Es werden heute bereits flächendeckend kurative Mammographien durchgeführt. Deren Qualität ist durch den rein präventiven Ansatz im Screeningverfahren zu verbessern. Dazu gehören eine Mindestanzahl von Befundungen durch den untersuchenden Arzt, obligate Doppelbefundungen und ein straffes System der Informationsvernetzung. Wir sind sicher, dass nach den Schulungen in kürzester Zeit das flächendeckende Mammographie-Screening Bestandteil unseres ambulanten Versorgungsangebots sein wird.

DÄ: Mit welchen Kosten rechnen Sie für das Screening, und wie wird es finanziert?
Eckert: Die hohen Qualitätsanforderungen bedingen einen auch über das übliche Maß hinaus hohen Kostenansatz. Nach flächendeckender Einführung rechnen wir mit jährlich circa 450 bis 530 Milliionen Euro für das Mammographie-Screening. Der einzelne Screening-Fall wird etwa 132 Euro betragen. Die Krankenkassen haben zugesichert, diese Kosten außerhalb des Honorarbudgets der Vertragsärzte zu übernehmen.
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