ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2003Lipidsenkung: Stellungnahme

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Lipidsenkung: Stellungnahme

Dtsch Arztebl 2003; 100(19): A-1252 / B-1054 / C-986

Blaeser-Kiel, Gabriele

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LNSLNS Die Zahlen, mit denen Dr. Bayer seine Kritik an der HPS-Studie (Heart Protection Study) begründet, entsprechen nicht denen in der Publikation (Lancet 2002; 360: 7–22):
- Die relative Risikoreduktion von 24 % innerhalb von etwa fünf Jahren durch eine Behandlung mit Simvastatin bezieht sich nicht auf das Erkranken an einer KHK, sondern auf den primären Endpunkt (tödliche/überlebte Myokardinfarkte und Schlaganfälle sowie Bedarf für eine Revaskularisation). Die Inzidenz betrug 19,8 versus 25,2 %, das sind 2 033 versus 2 585 Ereignisse.
- Die Angabe der relativen Risikoreduktion ist in Interventionsstudien Usus (die absolute Risikoreduktion betrug 5,4 %).
- Die Auswertung erfolgte auf der Basis aller randomisierten Patienten (Intention to Treat). Die Tatsache, dass trotz schlechter Compliance und trotz der Einnahme eines Verum entsprechenden Medikaments (Statin) von 20 % der Placebopatienten ein so starker Effekt erreicht wurde, spricht nicht gegen, sondern für die in HPS verfolgte Strategie (die Autoren postulieren, dass ohne dieses Ungleichgewicht das relative Risiko um etwa ein Drittel gesenkt worden wäre).
- Die Zahl der Diabetiker im Placebo-Arm betrug 1 455 versus 1 457 im Verum-Arm.
- Die Zahl der Patienten mit Myokardinfarkt im Placebo-Arm betrug 4 253 versus 4 257 im Verum-Arm.
- „Echte“ Lipidpatienten waren „aussortiert“ worden, weil eine eventuelle Placebogabe als unethisch angesehen wurde.
- Der Unterschied im LDL-Wert zwischen Placebo- und Verum-Gruppe betrug im Mittel nach einem Jahr 1,3 mmol/l, das entspricht 50,3 mg/dl, nach fünf Jahren 0,7 mmol/l (27 mg/dl) und im Durchschnitt der Studienlaufzeit 1 mmol/l (38,7 mg/dl).
Gabriele Blaeser-Kiel
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