ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2003Keine Radiofrequenzläsionen bei lumbosakralem, radikulärem Schmerz

MEDIZIN: Referiert

Keine Radiofrequenzläsionen bei lumbosakralem, radikulärem Schmerz

Dtsch Arztebl 2003; 100(19): A-1282 / B-1072 / C-1004

ME

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LNSLNS Um lumbosakrale Schmerzen radikulären Ursprungs zu behandeln, sollte keine Radiofrequenzläsion, sondern eine Behandlung mit Lokalanästhetika vorgenommen werden. In einer niederländischen Multicenterstudie wurden von 1996 bis 1999 insgesamt 1 001 Patienten gescreent, um Probanden zu identifizieren, die für die Studie infrage kommen. Die Ärzte identifizierten 83 Patienten, die mindestens 18 Jahre alt waren, bei denen die Schmerzen in den Beinen stärker waren als im unteren Rücken und bei Studienbeginn mindestens sechs Monate persistierten. Nach der Randomisierung wurde bei 45 Patienten mithilfe einer Radiofrequenznadel eine Läsion am beteiligten Spinalganglion gesetzt, 38 Probanden erhielten eine Placebobehandlung. Bei der nach drei Monaten vorgenommenen Auswertung waren drei Studienteilnehmer nicht mehr verfügbar. Von den 44 Patienten, bei denen eine Läsion gesetzt wurde, berichteten sieben (16 Prozent), erfolgreich behandelt worden zu sein. In der Kontrollgruppe gaben dies 25 Prozent zu Protokoll (9 von 36 Probanden). Die Autoren raten davon ab, Radiofrequenzläsionen bei lumbosakralen, radikulären Schmerzen als eine Routinebehandlung vorzunehmen. me

Geurts JWM, van Wijk RMAW, Wynne HJ et al.: Radiofrequency lesioning of dorsal root ganglia for chronic lumbosacral radicular pain: a randomised douple-blind, controlled trial. Lancet 2003; 361: 21–26.

Dr. Jos Geurts, Rijnstate Hospital, PO Box 9555, 6800 TA Arnheim, Niederlande, E-Mail: anesthesiologen.arnhem@planet.nl

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