ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2003Asthma bronchiale: Wie Kinder mühelos Sport treiben können

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Asthma bronchiale: Wie Kinder mühelos Sport treiben können

Dtsch Arztebl 2003; 100(19): A-1288

Stoschek, Jürgen

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Ein Anstrengungsasthma kann vermieden werden. Foto: Hansaplast
Ein Anstrengungsasthma kann vermieden werden. Foto: Hansaplast
Bei Beachtung der Rahmenbedingungen ist körperliche Anstrengung für Asthmatiker kein Risiko.

Etwa ein Drittel der chronisch asthmakranken Kinder und Jugendlichen sind dauerhaft vom Schulsport befreit. Grundsätzlich können jedoch alle Asthmatiker Sport treiben. Vorausgesetzt, es werden einige Rahmenbedingungen beachtet. Dann stellen Sport und körperliche Anstrengung für asthmakranke Patienten kein Risiko dar.
So müsse ein „Kaltstart“, der zu einer plötzlichen Belastung der Atemwege und beim Asthmatiker innerhalb von acht bis zehn Minuten nach Beginn der körperlichen Anstrengung zu Atemnot führt, die durch eine Bronchialobstruktion hervorgerufen wird, unbedingt vermieden werden, betonte der Ärztliche Direktor des Asthmazentrums Berchtesgaden, Dr. Josef Lecheler.
Ein Anstrengungsasthma könne zwar nicht „wegtrainiert“ werden, durch dosierte Trainingsprogramme könne jedoch die Auslöseschwelle verschoben werden, begründete der Lungenfacharzt sein Plädoyer für Sport auch für Asthmatiker. Wenn sich der körperliche Trainingszustand durch regelmäßige Ausdauerübungen verbessert, sinke die Atemarbeit und damit auch das Risiko, durch Hyperventilation einen Asthmaanfall auszulösen.
Bevor jedoch mit einer Sporttherapie begonnen wird, sollte eine gründliche Untersuchung der Lungenfunktion mit einem geeigneten Belastungstest stattfinden, betonte Lecheler. Geeignet seien die Laufbandergometrie oder auch standardisierte Laufstrecken. Nicht geeignet sei die Fahrradergometrie, die zu geringe Belastungsintensitäten erzeuge. Spirometrische Messungen sollten nur zusammen mit einer Bestimmung der Flussvolumenkurve eingesetzt werden. Besser seien jedoch bodyplethysmographische Messungen sowie die Blutgasanalyse, empfahl Lecheler.
Die sportlichen Aktivitäten selbst sollten in Form eines Intervalltrainings erfolgen, erklärte der Lungenfacharzt. Hintergrund für die Empfehlung sind Untersuchungen, wonach Patienten mit einem Anstrengungsasthma nach körperlicher Belastung und der nachfolgenden Erholung auf die gleiche Belastung mit einer geringeren Obstruktion reagieren. Diese Refraktärperiode könne für den Sport genutzt werden, allerdings sollte das Intervalltraining nicht stur durchgezogen werden. Vielmehr sollte eine Sportart gewählt werden, die entweder zwanglos Pausen ermöglicht oder in der sich unterschiedliche Belastungsphasen ergeben.
Um beim Asthmatiker ein Anstrengungsasthma zu vermeiden, sollte etwa eine Viertelstunde bis 60 Minuten vor dem Sport prophylaktisch ein bronchodilatatives Medikament genommen werden, empfahl der Pneumologe Prof. Adrian Gillissen (Leipzig). Besonders geeignet seien kurz wirksame Beta-2-Mimetika. Kombinationspräparate, die ein kurz wirksames Beta-2-Mimetikum wie etwa Reproterol und eine antiinflammatorische Substanz wie DNCG enthalten (zum Beispiel Aarane®), hemmten die Histaminausschüttung am besten und verstärkten die protektive Wirkung, betonte Gillissen.
Von den lang wirksamen Beta-2-Mimetika, die etwa zwölf Stunden wirken, habe Formotorol einen schnellen Wirkungseintritt innerhalb von 15 Minuten. Daher sei auch Formotorol für die prophylaktische Gabe zur Vermeidung eines Anstrengungsasthmas geeignet. Jürgen Stoschek

Pressegespräch Aventis Pharma „Asthma bei Sport: Risiko oder Chance?“ im Asthmazentrum Berchtesgaden
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