ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2003„Aktion Sehnerv-Check“ gegen glaukombedingtes Erblinden

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„Aktion Sehnerv-Check“ gegen glaukombedingtes Erblinden

Dtsch Arztebl 2003; 100(19): A-1288

EB

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LNSLNS Weltweit leiden 70 Millionen Menschen an Glaukom. Nur die Hälfte der Betroffenen weiß um den Papillenschaden, der unbehandelt zur Erblindung führt. Dabei bestehen gute Chancen, durch eine frühzeitige Diagnose und entsprechende Therapien den Verlust des Augenlichts zu verhindern. Um diese Situation zu verbessern, ruft die Chibret Pharmazeutische GmbH gemeinsam mit dem Initiativkreis zur Glaukomfrüherkennung e. V. zur regelmäßigen augenärztlichen Sehnerv-Untersuchung auf. Wie Prof. Josef Flammer, Universitäts-Augenklinik Basel, nachwies, würden viele Glaukome nicht oder zu spät erkannt, wenn nur der Augeninnendruck untersucht würde. Zentral für die Diagnose sei der Zustand der Papille. Deshalb unterstützen Ophthalmologen mit der jetzt gegründeten „Aktion Sehnerv-Check“ die Forderung nach einem regelmäßigen Sehnerv-Check.
„Ein Glaukom-Screening, das ausschließlich den Augeninnendruck überprüft, erfasst nur einen Risikofaktor, das Glaukom selbst allerdings nicht“, betont Prof. Lutz E. Pillunat (Dresden). „Nur an der Papille manifestieren sich die frühesten glaukomatösen Schäden – beispielsweise in Form von Blutungen am Papillenrand oder als erste Exkavationen. Außerdem leide nicht jeder Glaukompatient unter erhöhtem Augeninnendruck (IOD). Selbst Patienten mit erhöhtem IOD könnten zusätzlich unter einer vaskulären Dysfunktion leiden, die ursächlich für die angegriffene Papille ist.
Die Augenärzte raten daher, ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig einen Sehnerv-Check durchführen zu lassen; wobei erblich vorbelastete Personen, Diabetiker, stark Kurzsichtige sowie Menschen mit einem niedrigen oder stark schwankenden Blutdruck den Sehnerv bereits früher untersuchen lassen sollten. Der Sehnerv-Check wird nicht von den Krankenkassen erstattet. EB
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