ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2003Lebensversicherung: Bypass-OP melden

Versicherungen

Lebensversicherung: Bypass-OP melden

Dtsch Arztebl 2003; 100(19): [58]

rco

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LNSLNS Verschweigt jemand beim Abschluss einer Lebensversicherung eine Bypass-Operation am Herzen, so ist der Lebensversicherungsvertrag erschlichen und wegen arglistiger Täuschung nichtig.
Ein älterer Mann wollte eine Lebensversicherung zugunsten seiner Frau abschließen. Auf die ihm während der Vertragsverhandlungen gestellte Frage nach Arztbesuchen benannte er zwar seinen Hausarzt, verschwieg aber eine Bypass-Operation, die ein Jahr zuvor durchgeführt worden war. Die Le-bensversicherung wurde zu Konditionen abgeschlossen, die einen solchen krankheitsbedingten, schweren Eingriff nicht berücksichtigen. Als die Versicherung später von der Herzoperation erfuhr, focht sie den Lebensversicherungsvertrag wegen arglistiger Täuschung an.
Die Richter des Oberlandesgerichts (OLG) Düsseldorf gaben der Versicherungsgesellschaft Recht. Die bloße Benennung des Hausarztes unter Verschweigen der Herzoperation sei nicht wahrheitsgemäß gewesen. Die Tatsache, dass der Mann die schwere Operation verschwiegen habe, lasse den Schluss zu, dass er sich zielgerichtet verhalten habe, um den Abschluss der Lebensversicherung nicht zu gefährden. Damit habe er die Versicherung arglistig getäuscht und die Lebensversicherung erschlichen. Der Vertrag sei deshalb nichtig. (Az.: 4 U 76/ 01, OLG Düsseldorf) rco
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