ArchivDÄ-TitelSupplement: PRAXiSPraxis Computer 2/2003Bilddokumentation von Sonographieaufnahmen: Neue Aufgaben für alte Rechner

Supplement: Praxis Computer

Bilddokumentation von Sonographieaufnahmen: Neue Aufgaben für alte Rechner

Dtsch Arztebl 2003; 100(19): [18]

Zimmermann, Wilfried

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Abbildung 1: Aufbau einer Dokumentationseinheit zur Ultraschalldokumentation. 1 = Computer, 2 = Ultraschallgerät, 3 = Ultraschallmonitor, 4 = Videoprinter, 5 = Signalumschalter, 6 = Tastatur
Abbildung 1: Aufbau einer Dokumentationseinheit zur Ultraschalldokumentation. 1 = Computer, 2 = Ultraschallgerät, 3 = Ultraschallmonitor, 4 = Videoprinter, 5 = Signalumschalter, 6 = Tastatur
Durch den Einsatz umgebauter älterer Praxiscomputer lässt sich eine kostengünstige Möglichkeit zur Dokumentation von Ultraschallbildern realisieren. Die Lösung ist netzwerkfähig.
Viele Arztpraxen verfügen noch über funktionsfähige ältere Computer, die nach einer Erneuerung der Praxissoftware ausgemustert wurden. Sie werden für wenig Geld verkauft, ausgeschlachtet, verschenkt, als Sondermüll entsorgt oder verstauben im Lager. Diese Rechner können jedoch noch wichtige Arbeiten übernehmen, denn viele Routineaufgaben in einer Arztpraxis benötigen keine Gigahertz-Prozessoren. So liegt es nahe, einen alten Rechner für neue Aufgaben umzubauen.
Ein Beispiel hierfür ist die Dokumentation von Ultraschallaufnahmen. Nach den Ultraschallrichtlinien müssen durchgeführte Sonographien ausreichend dokumentiert werden. Zur Bilddokumentation eignen sich Verfahren mit:
- Polaroidfotos,
- Videoprintern,
- Videorekordern,
- „teurer“ Bilddokumentationssoftware.
Abbildung 2: Programmoberfläche zur Ultraschalldokumentation
Abbildung 2: Programmoberfläche zur Ultraschalldokumentation
Jedes dieser Verfahren hat spezielle Vor- und Nachteile und verwendet unterschiedliche Dokumentationsmedien, wie zum Beispiel Filme, Videobänder und Printerpapier. Die Preise dieser Medien variieren relativ stark. So kostet eine Bilddokumentation durch ein Polaroidfoto mehr als ein Euro und ein Videoprint rund 0,10 Euro.
Gerätekonfiguration
Seit mehr als zwei Jahren wird ein ehemals ausgemustertes Rechnersystem (300 MHz-Prozessor) nach entsprechendem Umbau als Dokumentationseinheit für sonographische Bilder in einer gynäkologischen Praxis eingesetzt. Die Qualität der erzeugten Dokumentationen ist mit der anderer Dokumentationsmethoden vergleichbar (zur Konfiguration der Dokumentationseinheit siehe Abbildung 1). Eine spezielle Software dient zur Verwaltung der Ultraschallbilder (Abbildung 2). Diese können in ein spezielles Verzeichnis abgespeichert und, falls gewünscht, nachträglich über einen Fotodrucker beziehungsweise über einen Videoprinter ausgedruckt werden. Hierdurch lässt sich viel Zeit einsparen, zum Beispiel bei der Zusammenstellung von Ultraschallbildern für eine Sonographieprüfung durch die Kassenärztliche Vereinigung.
Die Ultraschallbilder werden in der Datenstruktur des Windows-Explorers mit
Abbildung 3: Abgespeicherte Sonographiebilder unter der Patienten-ID-Nummer
Abbildung 3: Abgespeicherte Sonographiebilder unter der Patienten-ID-Nummer
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der im Praxiscomputer vergebenen Patienten-ID-Nummer abgespeichert (Abbildung 3). Wenn ein Speicherumfang von rund 650 MB Daten erreicht ist – dies entspricht circa 550 Einzelbildern –, werden die Daten auf eine 650 MB fassende CD-ROM gebrannt und archiviert.
Der Preis je Bilddokumentation beträgt weniger als ein Cent. Lagerkosten, wie sie bei der Archivierung von Videobändern entstehen, entfallen. Darüber hinaus lassen sich die CDs bei den Abrechnungsunterlagen einfach archivieren. Pro Quartal belaufen sich die Kosten der Datensicherung, je nach Datenmenge, auf circa ein bis drei Euro. Die Lebensdauer der gebräuchlichen CD-ROM-Speichermedien beträgt mehr als 20 Jahre. Dies stellt eine ausreichende Archivierungszeit sicher.
Vernetzung
Die Dokumentationseinheit kann als Einzelanlage oder vernetzt mit anderen Dokumentationseinheiten (Abbildung 4) eingesetzt werden. Auch eine Anbindung an ein bestehendes Praxisnetz ist möglich. Dadurch stehen die Sonographiebilder auf sämtlichen Terminals der Praxisanlage zur Verfügung und können zum Beispiel in einen Arztbrief übernommen werden. Zurzeit werden zwei Sonographieeinheiten mit entsprechender Computerhardware, die durch ein Wireless-Netzwerk vernetzt sind, in der Praxis eingesetzt. Auf
Abbildung 4: Zwei mit Wiress-LAN vernetzte Sonodokumentationseinheiten; (Nr. 1–6 siehe Abbildung 1), 7 = Wireless- LAN-Adapter, 8 = zum Beispiel Laptop
Abbildung 4: Zwei mit Wiress-LAN vernetzte Sonodokumentationseinheiten; (Nr. 1–6 siehe Abbildung 1), 7 = Wireless- LAN-Adapter, 8 = zum Beispiel Laptop
die archivierten Sonographiebilder der Ultraschallgeräte lässt sich durch Anklicken des entsprechenden Icons, über das Pull-Down-Menü oder per Funktionstasten zugreifen. Nach dem Anwählen des Ultraschallgerätes erscheint ein Bildschirmfenster mit den Patienten-ID-Nummern, über die der Arzt auf sämtliche archivierten Aufnahmen zugreifen kann. Bildeigenschaften lassen sich mithilfe der rechten Maustaste aufrufen. Durch Anklicken des gewünschten Bildes wird die Bilddatei über das Funknetz auf den Arbeitsplatz zur weiteren Verarbeitung übertragen.
Wilfried Zimmermann
Kontaktadresse: Dr. med. Wilfried Zimmermann, Ernst-Ihle-Straße 11, 34613 Schwalmstadt, Telefon: 0 66 01/49 11,
E-Mail: dzimm@t-online.de

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