ArchivDeutsches Ärzteblatt PP5/2003Kindesmisshandlung: Vorzeichen erkennen

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Kindesmisshandlung: Vorzeichen erkennen

PP 2, Ausgabe Mai 2003, Seite 197

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Die Anzeichen von Misshandlungen zu erkennen könnte Leben retten. Foto: laif
Die Anzeichen von Misshandlungen zu erkennen könnte Leben retten. Foto: laif
Rechtsmediziner untersuchen alle unnatürlichen Todesfälle bei Kindern.
Rund 1 000 Kinder und Jugendliche sind in Deutschland in den letzten zehn Jahren an Vernachlässigung und Misshandlung gestorben. Bisher gibt es keine genauen statistischen Aussagen zu den Umständen der Tötungen. Vielleicht hätte durch einen geschärften Blick auf die Vorzeichen das Leben einiger Kinder gerettet werden können. Solche Vorzeichen zu definieren ist das Ziel einer Studie des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Leipzig. Untersucht werden sämtliche Fälle der 40 rechtsmedizinischen Institute, bei denen zwischen Oktober 1990 und Dezember 1999 Minderjährige eines unnatürlichen Todes starben. Ende 2004 wollen die Wissenschaftler aus dem Datenmaterial ableiten, welche sozialen Verhältnisse, welche physischen und psychischen Krankheiten in der Familie und welcher Kontakt zu Suchtmitteln das Risiko für die Kinder erhöhen. Dabei sollen nicht potenzielle Täter „an den Pranger gestellt“ werden, betonte Studienleiterin Dr. med. Ulrike Böhm. Entwickelt werden soll „eine Art sensibilisierender Indizienkatalog“ für Ärzte, Erzieher und Lehrer, um im Vorfeld eventueller Straftaten auf Familien zugehen zu können. Man müsse den Erwachsenen helfen, bevor ihren Kindern nicht mehr zu helfen sei, sagte Böhm.
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