ArchivDeutsches Ärzteblatt PP5/2003Gesundheitspersonal: Rückgang ist nachweisbar

POLITIK

Gesundheitspersonal: Rückgang ist nachweisbar

PP 2, Ausgabe Mai 2003, Seite 202

Rieser, Sabine

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LNSLNS Die Ausgaben für das Gesundheitswesen steigen. Zugleich hat sich die Anzahl der Beschäftigten aber kaum verändert.
Der Präsident des Statistischen Bundesamtes interpretiert gewiss gern Daten und gibt ungern politische Statements ab. Dennoch konnte sich Johann Hahlen in der vergangenen Woche bei der Präsentation der Statistiken zu „Gesundheitsausgaben und Gesundheitspersonal 2001“ einen Hinweis darauf nicht verkneifen, dass Leistungen und Ausgaben des deutschen Gesundheitssystems selbst in der Kanzlerrede vom 14. März ein Thema waren. Kein Wunder: Um „peanuts“ geht es dabei wirklich nicht.
2001 wurden hierzulande knapp 226 Milliarden Euro für Gesundheitsleistungen ausgegeben, dazu noch 67,5 Milliarden Euro für Einkommensleistungen wie Krankengeld und Erwerbsunfähigkeitsrenten. Der Anteil der Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag bei 10,9 Prozent. Vor zehn Jahren, 1992, betrug er noch 10,1 Prozent. In der Tendenz würden immer größere Teile des BIP für die Gesundheit ausgegeben, verdeutlichte Hahlen: Während die Gesundheitsausgaben in den letzten zehn Jahren um 38,5 Prozent stiegen (nominal, das heißt in jeweiligen Preisen gerechnet), erhöhte sich das BIP nur um 28,4 Prozent. Allerdings sind hier auch die Folgen der Wiedervereinigung einzubeziehen.
Auffällig ist, dass sich die Anzahl der Beschäftigten im Gesundheitswesen dagegen in den letzten Jahren kaum verändert hat. Am Jahresende 2001 zählte das Statistische Bundesamt rund 4,1 Millionen Beschäftigte im Gesundheitswesen, immerhin 10,3 Prozent aller Beschäftigten in Deutschland. Von 1997 bis 2000 ging ihre Zahl leicht zurück (um 19 000/–0,5 Prozent), im Folgejahr stieg sie an (um
35 000/+0,9 Prozent).
Für diese fünf Jahre lässt sich nachweisen, dass sich die Zahl der Beschäftigten in den so genannten Gesundheitsdienstberufen (Ärzte, Zahnärzte, Apotheker, Arzthelferinnen, Krankenschwestern, Hebammen und andere) und den sozialen Berufen (Altenpfleger, Heilerziehungspfleger, Heilpädagogen) erhöhte. Bei den Gesundheitshandwerkern, den sonstigen Gesundheitsfachberufen und anderen Berufen sank sie. Neben echten Rückgängen spielen statistische Effekte eine Rolle. Werden beispielsweise Reinigungskräfte in Krankenhäusern „ausgelagert“ und von einer externen Firma beschäftigt, zählen sie nicht länger zu den im Gesundheitswesen Tätigen.
Ein echter Rückgang ist in den ambulanten Einrichtungen (Praxen, Apotheken et cetera) zu verzeichnen. Von 1997 auf 2001 sank die Zahl der Beschäftigten dort um 4,4 Prozent. Betroffen waren 78 000 Arbeitnehmer. Sabine Rieser
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