ArchivDeutsches Ärzteblatt44/1996Eradikation von Helicobacter pylori: Tripeltherapie in Deutschland zugelassen

POLITIK: Medizinreport

Eradikation von Helicobacter pylori: Tripeltherapie in Deutschland zugelassen

Bischoff, Angelika

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LNSLNSLNSLNS Das Bakterium Helicobacter pylori ist die Hauptursache von 95 Prozent aller Ulcera duodeni und 75 bis 80 Prozent aller Ulcera ventriculi. Dieses neue Verständnis der Ulkuskrankheit als Infektionskrankheit hat die Therapie dieses Leidens revolutioniert. Es ermöglicht etwas in der Medizin ziemlich Einzigartiges, nämlich die Heilung eines chronischen Leidens. Nach zehn Jahren des Ausprobierens verschiedener Substanzen und Therapiekonzepte, die viele Enttäuschungen mit sich brachten, hat sich inzwischen eine höchst wirksame Therapie etabliert, die Helicobacter pylori bei Patienten mit Ulcus duodeni in 95 Prozent der Fälle eradizieren kann. Beim Ulcus ventriculi gelingt dies in 75 bis 80 Prozent der Fälle. Wie Dr. Joachim Labenz (Magdeburg) auf einer Pressekonferenz in Frankfurt ausführte, besteht der Goldstandard der Helicobacter-Eradikationstherapie in einer Kombination aus 2mal 20 mg Omeprazol, 2mal 500 mg Clarithromycin und 2mal 1 000 mg Amoxicillin. Diese Tripel-therapie aus Protonenpumpenhemmer und zwei Antibiotika erhält der Patient für sieben Tage. Bei Patienten mit Penicillin-Allergie wird Amoxicillin durch 2mal 400 mg Metronidazol ersetzt.
Jetzt hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte diese Tripeltherapie für Patienten mit Ulcus duodeni zugelassen. Wie Prof. Wolfgang Rösch (Frankfurt) betonte, verursache die Durchführung einer Eradikationstherapie zwar in dem betreffenden Quartal Kosten von rund 400 DM. Da diese jedoch nur einmal anfallen, zahle sich die Investition schon sehr bald aus. Eine intermittierende Therapie von rezidivierenden Ulkusschüben und auch eine kontinuierliche H2-Blocker-Prophylaxe kämen auf lange Sicht teurer zu stehen.
Dr. med. Angelika Bischoff

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