ArchivDeutsches Ärzteblatt PP5/2003Alkoholkranke Väter: Risikofaktor für psychische Erkrankungen

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Alkoholkranke Väter: Risikofaktor für psychische Erkrankungen

PP 2, Ausgabe Mai 2003, Seite 230

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LNSLNS Kinder alkoholkranker Väter sind in ihrer Entwicklung besonders gefährdet und haben ein erhöhtes Risiko, an einer psychischen Störung zu erkranken. Zum diesem Ergebnis kam eine Längsschnittstudie, die Kinder von der Geburt bis ins Jugendalter begleitete. Dabei wurde eine Gruppe von 26 Kindern, deren Väter alkoholkrank waren, mit einer Gruppe von 193 Kindern verglichen, deren Väter nicht betroffen waren. Es zeigte sich, dass die Familien mit alkoholkranken Männern eine höhere psychosoziale Belastung und ungünstigere Lebensbedingungen aufwiesen als die nicht-betroffenen Familien. Die alkoholkranken Männer hatten häufiger keinen Schulabschluss, wurden öfter straffällig und hatten ein niedrigeres Monatseinkommen als die Vergleichsgruppe. Die Ehefrauen der Alkoholiker wiesen mehr depressive Störungen auf. In den Alkoholikerfamilien kam es außerdem häufiger zu Trennungen. „Die Kinder alkoholkranker Väter waren stärker psychisch auffällig als die Vergleichsgruppe“, berichten die Autoren. Ab einem Alter von viereinhalb Jahren wurden die Unterschiede besonders deutlich: Die betroffenen Kinder zeigten vor allem mehr expansive Symptome, unter anderem hyperaktive, oppositionelle und aggressive Auffälligkeiten. Die Wissenschaftler meinen, dass der Risikofaktor „alkoholkranker Vater“ in Interventionsprogrammen für Kinder größere Beachtung finden sollte. ms

Furtado EF, Laucht M, Schmidt MH: Psychische Auffälligkeiten von Kindern alkoholkranker Väter. Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie 2002; 30: 4: 241–250.

Schmidt MH, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Postfach 12 21 20, 68072 Mannheim
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