ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2003Arzt & Selbsthilfe: Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V.

THEMEN DER ZEIT: Dokumentation

Arzt & Selbsthilfe: Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V.

Dtsch Arztebl 2003; 100(20): A-1334 / B-1117 / C-1045

Balke, Klaus; Hundertmark-Mayser, Jutta

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Der dritte Verband der Patientenselbsthilfe innerhalb des Patientenforums ist die Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V. (DAG SHG). Sie ist der Fachverband zur Unterstützung von Selbsthilfegruppen. Hauptziel des Verbandes ist, Menschen zu freiwilliger, gleichberechtigter und selbstbestimmter Mitarbeit in Selbsthilfegruppen anzuregen. Gleichzeitig unterstützt die DAG SHG Selbsthilfegruppen fachlich und stellt Rahmenbedingungen für die Arbeit von Selbsthilfegruppen sicher. Sie qualifiziert Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Einrichtungen der Selbsthilfeunterstützung für die besonderen Anforderungen der professionellen Selbshilfeberatung und informiert sowohl die Öffentlichkeit als auch die psychosoziale und medizinische Fachöffentlichkeit über die Arbeitsweise von Selbsthilfegruppen.
Die Information der Öffentlichkeit ist unabhängig von einer konkreten Problemstellung oder Erkrankung. Bei der Information der Fachöffentlichkeit handelt es sich meist um Entscheidungsträger der öffentlichen Hand und um solche in Krankenkassen und anderen relevanten Institutionen. Häufig geht es dabei um Fragen von sozial- und gesundheitspolitischer Bedeutung von Selbsthilfegruppen oder um Fragen zur Förderung von Selbsthilfe.
Die Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V. ist unter anderem Träger der NAKOS (Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen) in Berlin. Die NAKOS ist die bundesweite Aufklärungs-, Service- und Netzwerkeinrichtung im Feld der Selbsthilfe in Deutschland.
Nationale Kontakt- und Informationsstelle „NAKOS“
Zentrale Aufgabe der NAKOS ist es, Selbsthilfegruppen und interessierte Bürgerinnen und Bürger über Selbsthilfe aufzuklären, zu informieren und Kontakte zu vermitteln. Die NAKOS arbeitet themenübergreifend und hält kostenlose Angebote bereit.
Damit Menschen, die sich in einer Selbsthilfegruppe engagieren wollen, dies tun können, sind bestimmte strukturelle Voraussetzungen notwendig. Sie müssen zum Beispiel wissen, wo und wie sie andere Betroffene finden, um sich einer Gruppe anschließen zu können. Sie brauchen neutrale, behindertengerechte und für unterschiedliche Vorhaben (Gesundheitstraining oder Vorträge) geeignete Räumlichkeiten. Bei all diesen Dingen sind Selbsthilfekontaktstellen behilfllich. Außerdem helfen sie bei der Suche nach einer Gruppe, geben Anregungen bei Gruppengründungen und unterstützen Gruppen, die sich noch in der Gründungsphase befinden. Eine immer größere Rolle erhalten Selbsthilfegruppen in ihrer Rolle als Informations- und Clearinginstanz. Wissen Ratsuchende noch nicht ganz genau, ob sie nur eine Information benötigen oder ob sie in einer Gruppe mitarbeiten wollen, können Selbsthilfekontaktstellen Klärungshilfe leisten und an andere professionelle Dienste vermitteln.
Zurzeit gibt es etwa 200 Selbsthilfekontaktstellen im Bundesgebiet. Im Gegensatz zu Selbsthilfeorganisationen, die vor allem themenspezifische Anliegen aufgreifen (wie zu einem bestimmten Krankheitsbild), arbeiten Selbsthilfekontaktstellen fach- und themenübergreifend. Sie sind professionelle Dienstleistungseinrichtungen, die Selbsthilfeunterstützung leisten. Selbsthilfekontaktstellen sind vor allem auch Anlaufstellen für kleinere Selbsthilfegruppen, die keiner Selbsthilfeorganisation angehören.
Angebote der Selbsthilfekontaktstellen:
- Dokumentation der bereits bestehenden Selbsthilfegruppen und die Vermittlung von Ratsuchenden in diese Gruppen oder an andere Dienste;
- fachliche und methodische Hilfestellung für die Gruppenarbeit;
- Anleitung von Selbsthilfegruppen;
- Organisation von begleitenden Veranstaltungen oder Fortbildungen;
- Schaffung von Netzwerken zwischen den Gruppen und zwischen Selbsthilfe und Fachleuten;
- Vermittlung von Anliegen der Selbsthilfegruppen in die Politik oder zu Fachverbänden und speziellen Berufsgruppen.
Eine der wichtigsten Zielgruppen für die Zusammenarbeit zwischen den Experten in eigener Sache und Fachleuten sind Ärztinnen und Ärzte. Sie werden als Berater der Gruppen für die Vermittlung von Fachwissen gesucht, sind als Partner für Beiräte und Gremien gefragt und können Bündnispartner bei der Durchsetzung gemeinsamer Anliegen sein. Selbsthilfekontaktstellen sind dafür die Mittlerinstanzen.

Klaus Balke,
Dr. Jutta Hundertmark-Mayser, DAG SHG e.V.
c/o NAKOS
Wilmersdorfer Straße 39
10627 Berlin
Karin Stötzner, SEKIS Berlin
Albrecht-Achilles-Straße 65
10709 Berlin


Informationen zur Deutschen Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V.:

Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V. (DAG SHG)
c/o NAKOS – Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen
Wilmersdorfer Straße 39
10627 Berlin
Telefon: 0 30/31 01 89 60
Fax: 0 30/31 10 89 70
E-Mail: selbsthilfe@nakos.de
www.nakos.de

Bezug von:
GRÜNEN ADRESSEN: Adressen von Bundesverbänden der Selbsthilfe
ROTEN ADRESSEN: Adressen von Selbsthilfeunterstützungen auf örtlicher und regionaler Ebene
BLAUEN ADRESSEN: Adressen von Menschen mit seltenen Erkrankungen
GELBEN ADRESSEN: Adressen von Selbsthilfekontaktstellen, Einrichtungen und Multiplikatoren auf internationaler Ebene
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