ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2003Prinzipien von Selbsthilfegruppen

THEMEN DER ZEIT: Dokumentation

Prinzipien von Selbsthilfegruppen

Dtsch Arztebl 2003; 100(20): A-1336

RH

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LNSLNS 1. Prinzipien von Selbsthilfegruppen

Für die Arbeit aller Selbsthilfegruppen gelten die gleichen Prinzipien: das Prinzip der Betroffenheit der Beteiligten und das Prinzip der Freiwilligkeit des Gruppenbesuches. Darüber hinaus sollte die Zusammenarbeit gleichberechtigt sein und es keine Mitwirkung professioneller Helfer geben. Im Gegensatz zur traditionellen ungleichgewichtigen Beziehung zwischen Fachleuten und Klienten geht es um gegenseitige Unterstützung bei der Gestaltung des eigenen Lebens.
Eine besondere Anleitung ist deshalb nicht notwendig, weil das Gruppenarrangement indirekt Bedingungen festlegt, die einen selbst gesteuerten Gruppenprozess begünstigen. Zu diesen Bedingungen gehört, dass es auf der einen Seite Menschen in der Gruppe geben sollte, deren „Problem“ bereits seit langer Zeit überwunden ist. Sie sind notwendig als Identifikationsobjekte. Auf der anderen Seite muss es Menschen geben, die neu in die Gruppen kommen. Sie sorgen für die notwendige Dynamik, erinnern die Mitglieder, die schon längere Zeit die Gruppe besuchen, daran, dass das „Problem“ noch immer existent ist.

2. Wie wirkt Selbsthilfe?

Selbsthilfegruppen bieten sich den betroffenen Menschen ohne Bedingungen an. Sie versuchen, Halt zu geben und durch Beispiel, Vorbild und Zuneigung Hilfe zur Selbsthilfe anzuregen. Es gibt in der Regel keine Hierarchie, die Entfaltung behindern könnte, und kaum Grenzen, welche die Teilnahme erschweren.
Die gleiche Problemstellung aller Gruppenmitglieder bewirkt eine Erleichterung in der Kontaktphase, weil das Bekenntnis der eigenen Betroffenheit beim Gegenüber Ängste abbaut und Verständnis erwarten lässt. RH
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