ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2003Gesetzmäßigkeiten im Ablauf der Gruppenarbeit in Selbsthilfegruppen

THEMEN DER ZEIT: Dokumentation

Gesetzmäßigkeiten im Ablauf der Gruppenarbeit in Selbsthilfegruppen

Dtsch Arztebl 2003; 100(20): A-1337

RH

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LNSLNS 3. Gesetzmäßigkeiten im Ablauf der Gruppenarbeit in Selbsthilfegruppen

Die Gruppenarbeit erfolgt in der Regel in mehreren Phasen: In der ersten Phase geht es darum, Vertrauen zu schaffen, Hemmungen abzubauen, Kontakte aufzubauen und Informationen zu vermitteln. In der zweiten Phase bietet die Gruppe Bezugspersonen an, und das Problembewusstsein des Einzelnen wird verstärkt.
In der dritten Phase geht es darum, neue Formen der Auseinandersetzung und des Miteinanders zu erlernen und die eigenen Möglichkeiten und Grenzen zu erkennen, neu wahrzunehmen. Die Gruppe öffnet sich und bietet die Möglichkeit, sich einen neuen Freundeskreis zu schaffen. Sie bildet den Rahmen, um neu erlernte Verhaltensweisen auszuprobieren.
Bei alldem kommt es nicht darauf an, zu therapieren und soziale Situationen oder persönliche Befindlichkeiten zu diskutieren. In erster Linie wird von sich selbst berichtet, um damit Projektion oder Identifikation für eigene, persönliche Entscheidungen zu schaffen.
4. Übergang zur ehrenamtlichen Tätigkeit

Immer dann, wenn in der Öffentlichkeit davon gesprochen oder geschrieben wird, was „die Selbsthilfe“ tut und wie sie wirkt, handelt es sich in der Regel nicht mehr um die Arbeit in der Gruppe – als Basis und Voraussetzung weiterer Arbeit –, sondern um ehrenamtlich übernommene Tätigkeiten.
Die Selbsthilfeverbände bieten eine Reihe von Fortbildungsveranstaltungen an, in denen sich freiwillige Helfer das Rüstzeug für ihre Arbeit holen können. Diese Fortbildungsveranstaltungen reichen von Weiterbildungen in Moderation oder Gruppenleitung bis hin zu der Befassung mit konkreten, aktuellen Entwicklungen im Arbeitsfeld, wie zum Beispiel dem Umgang und der Hilfe für Angehörige.
Dabei kann es durchaus zu Problemen kommen, wenn die Inhalte dieser Fortbildungen in der Selbsthilfegruppe „ausprobiert“ werden. Aus- und Fortbildung soll den Einzelnen befähigen, darf aber die Gruppenarbeit und die dort wirkenden Prinzipien nicht stören. Die Gruppen leben vom Gleichgewicht und der Gleichberechtigung. Hier darf es keine Hierarchien geben. RH
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