ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2003Kröller-Müller-Museum: Vincent und Helene

VARIA: Feuilleton

Kröller-Müller-Museum: Vincent und Helene

Dtsch Arztebl 2003; 100(20): A-1377 / B-1149 / C-1077

Krannich, Stephanie

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Helene Kröller-Müller
Helene Kröller-Müller
Helene Kröller-Müller trug fast 300 Werke van Goghs zusammen.
Sie bilden eine der eindrucksvollsten Übersichten seines Schaffens.

Die Niederländer feiern in diesem Jahr den 150.
Geburtstag Vincent van Goghs, ein zu seinen Lebzeiten verkanntes Genie, mit Ausstellungen, die besondere Akzente auf seine Entwicklung sowie seinen Einfluss auf spätere Künstlergenerationen setzen. Unter einem sehr persönlichen Aspekt zeigt das Kröller-Müller- Museum in Otterlo bei Arnheim bis zum 12. Oktober die Ausstellung „Vincent und Helene“. Sie beleuchtet die besondere Beziehung der Kunstsammlerin und Museumsgründerin Helene Kröller-Müller (1869 bis 1939) zu den Werken van Goghs. Bereits zwischen 1908 und 1929 trug sie fast 300
Werke dieses Malers zusammen, die weltweit eine der eindrucksvollsten Übersichten seines Schaffens bilden. Die in der Reihenfolge ihres Erwerbs angeordneten Bilder lassen die Vorgehensweise der Sammlerin erkennen.
Bilder anderer Künstler, bei denen Helene eine Verbindung zu van Gogh sah, sowie Möbel, Briefe, Bücher und Fotos aus ihrem Besitz runden die Ausstellung ab.
Diese weltberühmte Kunstsammlung sowie die einmalige Lage des
Kröller-Müller-
Museums inmitten des Nationalparks „De Hoge Veluwe“ ist stets eine Reise wert.
Dort kommen Liebhaber von Kunst, Architektur und Natur ganz auf ihre Kosten. Das eindrucksvolle Ensemble ist Helene Kröller-Müller, Tochter eines deutschen Industriellen, zu verdanken, die mit Unterstützung ihres Mannes, des Niederländers Anton Kröller, eine umfangreiche Kunstsammlung hauptsächlich mit Werken des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts anlegte. 1935 übergab sie ihre „als von ihr als ein abgeschlossenes Ganzes“ empfundene Sammlung dem niederländischen Staat, der auf dem ehemaligen Privatbesitz des Ehepaares Kröller-Müller im Gebiet Veluwe ein eigenes Museum für die Sammlung baute. 1938 wurde das von Henry van de Velde entworfene Hauptgebäude ein-
Caféterrasse bei Nacht Fotos: sichting Kröller-Müller-Museum
Caféterrasse bei Nacht Fotos: sichting Kröller-Müller-Museum
geweiht, 1977 um einen neuen Flügel von Wim Quist, der auch das einzigartige Skulpturenmuseum in Scheveningen (dazu DÄ, Heft 27/1996) entwarf, erweitert. Die Gebäude fügen sich harmonisch in die Wald- und Parklandschaft ein. Der angegliederte weitläufige Skulpturenpark bietet eine Übersicht der Entwicklung der Bildhauerkunst vom Ende
des 19. Jahrhunderts bis heute, vertreten durch Werke
unter anderem von Rodin, Moore, Hepworth, Serra, Merz, Dubuffet, Oldenburg und Di Suvero. Quists Neubau bietet wechselnden Ausstellungen sowie der Nachkriegs-Bildhauerkunst und Bildhauer-Zeichnungen Raum. Die Gemälde der Sammlung Kröller-Müller sind im
Altbau anzutreffen. Im Mittelpunkt stehen die Werke van Goghs,
dessen Persönlichkeit und Ausdrucksstärke Helene Kröller-Müller unter allen Künstlern ihrer Sammlung am höchsten schätzte.
An den Parkeingängen, am Museum und am Besucherzentrum des „Hoge Veluwe“ stehen Besuchern 1 200 weiße Fahrräder, auch Fahrräder für Behinderte, für mehr als 42 Kilometer lange Radwege unentgeltlich zur Verfügung. Von Otterlo empfiehlt sich ein Ausflug
zum Van Gogh Museum in Amsterdam, das in diesem Jahr zwei Sonderausstellungen zeigt. Wegen des 150. Geburtstages van Goghs bestehen auch Busverbindungen zwischen diesen beiden Museen. Bis zum 15. Juni ist „Vincents Auswahl“ zu sehen. Briefe van Goghs, in denen er beschreibt, welche Kunstwerke ihn nachhaltig beeindruckt haben, bilden die Grundlage der Auswahl von 200 Malereien, unter anderem Werke von Rembrandt, Millet, Delacroix, Gerôme, Seurat, Signac und Gauguin. Diese werden in Kombination mit seinen eigenen Werken gezeigt und eröffnen so eine interessante Sichtweise auf die künstlerische Entwicklung van Goghs. Vom 27. Juni bis 12. Oktober zeigt die Anschlussausstellung unter dem Titel „Van Gogh und die zeitgenössische Kunst“, welchen Einfluss van Goghs Werke bis in die heutige Zeit haben. Dr. med. Stephanie Krannich


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Informationen:
Allgemein und zum shuttle service: Internet: www.vangogh150.nl; Van Gogh Museum, Paulus Potterstraat 7, 1071 CX Amsterdam, Telefon: +31 (0) 20 570 52 00, Öffnungszeiten: montags bis freitags 10 bis 18 Uhr. Kröller-Müller-Museum, Houtkampweg 6, 6731 AW Otterlo, Telefon: +31 (0) 318 59 12 41, Internet: www.kmm.nl, Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags 10 bis 17 Uhr

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