ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2003Asthma-Therapie: Leitlinien fordern Arzt und Patient

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Asthma-Therapie: Leitlinien fordern Arzt und Patient

Dtsch Arztebl 2003; 100(20): A-1380

Stoschek, Jürgen

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LNSLNS Die Behandlungsergebnisse bei Patienten mit Asthma bronchiale sind – was Morbidität und Mortalität angeht – nicht zufriedenstellend. Hauptursache für diese Situation ist nach Darstellung von Dr. Josef Lecheler (Asthmazentrum Berchtesgaden) die mangelhafte Compliance nicht nur der Patienten, sondern auch von Ärzten und Therapeuten, „die sich häufig nicht an den leitliniengerechten Therapievorschlägen orientieren“.
Mehr als die Hälfte der Patienten mit Asthma bronchiale haben nach Angaben des Pneumologen Prof. Wolfgang Petro (Bad Reichenhall) trotz Therapie Symptome, mehr als 80 Prozent der Betroffenen fühlten sich durch die Erkrankung im Alltag und im Beruf eingeschränkt. Ursache für die mangelnde Compliance seien die etwas komplizierten Stufenschemata für die Pharmakotherapie und die allzu häufig schwierigen Applikationsformen. Ein besonderes Problem sei die komplexe atemzugausgelöste Inhalation.
Schwierig: Synchronisation von Einatmung und Auslösung
Bei den Druckdosieraerosolen liege die Rate der nicht korrekten Anwendungen bei bis zu 60 Prozent. Die Hauptanwendungsfehler der inhalativen Applikation ergeben sich aus der Synchronisation von Einatmung und Auslösung. Oftmals werde die Suspension auch nicht ausreichend aufgeschüttelt. Im Alltag seien deshalb Pulverinhalatoren offenbar besser geeignet als Druckdosieraerosole.
Allerdings würden Pulverinhalatoren oftmals nicht richtig „geladen“, berichtete Petro. Der Patient sollte daher eine akustische, optische und sensorische Inhalationskontrolle haben. Auch sollte ein Pulverinhalator eine Mehrfachdosierung verhindern und ein Zählwerk besitzen. Unter diesem Blickwinkel sei das Jethaler-Prinzip anderen Pulverinhalationssystemen überlegen, betonte Petro.
Um eine bessere Compliance zu erreichen, sollten die medikamentösen Therapieempfehlungen nach Lechelers Auffassung auch die Alltagssituation des Patienten berücksichtigen. Das gelte auch für die Darreichungsform eines Arzneimittels. Für die Verordnung speziell in diesem Gebiet seien weniger die Wirksamkeit einer Substanz und die pharmakologischen Unterschiede der Präparate entscheidend als vielmehr der Nutzwert eines Medikaments.
Als Nutzwert eines Medikaments bezeichnete Lecheler das Ergebnis aus Wirksamkeit und Compliance: Demnach hat ein Arzneimittel mit einer hohen Wirksamkeit, aber einer geringen Compliance nur einen vergleichsweise geringen Nutzwert gegenüber einem anderen Medikament, das zwar etwas weniger wirksam ist, von den Patienten aber mit hoher Compliance eingenommen wird.
Um die Therapietreue von Patienten mit Asthma bronchiale zu verbessern, hat ratiopharm im Jahr 2002 die „Asthma Initiative ratiopharm®“ gestartet, unter anderem mit Informationsbroschüren für Patienten, Büchern für Kinder und einem Internetauftritt. Teil der Initiative ist eine modulartig aufgebaute Patientenschulung für die Praxis. Die Materialien können Ärzte über den Außendienst beziehen. ratiopharm hat einen nachfüllbaren Jethaler mit dem inhalativen Steroid Budesonid eingeführt, der auch bei geringem Atemfluss eine sichere Inhalation gewährleisten soll. Jürgen Stoschek

Gesprächsrunde „Compliancesteigerung und Kostensenkung in der Asthmatherapie – Widerspruch oder Chance?“ der
ratiopharm GmbH am Tegernsee
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