ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2003zur Deutschen Post: Von wegen Schnecke

VARIA: Schlusspunkt

zur Deutschen Post: Von wegen Schnecke

Dtsch Arztebl 2003; 100(20): [72]

Rombach, Reinhold

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LNSLNS Wer immer noch glaubt, die Deutsche Post sei bloß ein lahmer Haufen und passe niemals in ein gut sortiertes Aktiendepot, dem kann Arges widerfahren. Das scheinbar hässliche Renditeentlein ist nämlich gar keines, vielmehr steht, wenn mich nicht alles trügt, die Logistik-
aktie vor einem Comeback als schöner Börsen-Schwan.
In einer Zeit wie dieser, wo ziemlich viele Unternehmen der deutschen Spitzenklasse mit Gewinnwarnungen und Umsatzrückgängen nur so um sich werfen, überrascht der Bonner Konzern soeben alle Experten mit ausgezeichneten Zahlen.
Der Start in das noch junge Jahr 2003 verlief viel besser als erwartet. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen kletterte von Januar bis März auf 951 Millionen Euro, das ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein ordentliches Plus von fünf Prozent. Postchef Klaus Zumwinkel sieht aber auch für das Gesamtjahr durchaus eine weitere Verbesserung, und das sei sehr wohl „ein ermutigendes Si-
gnal“, trotz der zu Jahresbeginn von Brüssel „verordneten“ Portosenkung.
Es ist nicht nur angesichts dieser Zahlen an der Zeit, die noch recht weit verbreitete Vorstellung von der lahmen deutschen Schneckenpost endgültig in die Rumpelkammer zu verbannen. Nicht nur der neue Name „Deutsche Post World Net“ symbolisiert einen anderen Markenauftritt, sondern die tatsächlich in Gang gesetzte internationale Ausrichtung verändert den ehemaligen deutschen Staatsmonopolisten in einen modernen globalen Konzern.
In Asien etwa läuft die Deutsche Post den Konkurrenten UPS und Fedex bereits heute den Rang ab. Die starke Marktposition wird insbesondere durch die Beteiligung am führenden chinesischen Logistiker Sinotrans unterstrichen. In den USA wird die Branche durch die zunehmenden Aktivitäten des Bonner Wettbewerbers immer unruhiger.
Dabei machen die Bonner unter der zielsicheren Führung von Klaus Zumwinkel vor allem nicht den Fehler, bei ihrer Expansion das Geld mit vollen Händen aus dem Fenster zu werfen. Andere können das nicht, wie das Beispiel der Telekom noch unter Ron Sommer leidvoll bezeugt. Ein straffes Kostensenkungsmanagement sorgt in der Gewinn- und Verlustrechnung der Deutschen Post für Entlastung an der richtigen Stelle.
Nur der Börsenkurs hält sich derzeit noch sehr bedeckt und recht sparsam mit weiteren Kursavancen, als wolle er den neuen Glanz des Unternehmens schamhaft noch nicht zur Kenntnis nehmen. Früher oder später sollte die Aktie „gelb“ aber in höhere Dimensionen hineinwachsen. Ach ja, Sie wollen noch ein Kursziel lesen? Es lautet 18 Euro auf Sicht von zwei Jahren. Konservativ, global und gewinndynamisch schließen sich am Ende für diese Aktie nicht aus.
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