ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2003Arzneimittelindustrie: Pharmastandort fit machen

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Arzneimittelindustrie: Pharmastandort fit machen

Dtsch Arztebl 2003; 100(21): A-1392 / B-1160 / C-1088

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Schmoldt: Als Mitglied der Task-Force will er zu verbesserten Standortbedingungen beitragen. Foto: dpa
Schmoldt: Als Mitglied der Task-Force will er zu verbesserten Standortbedingungen beitragen. Foto: dpa
„Task-Force“ nimmt Arbeit auf. BPI kritisiert rot-grüne Reformpläne.
Eine so genannte Task-Force soll Vorschläge zur Verbesserung der Standortbedingungen für die pharmazeutische Industrie erarbeiten. Am 7. Mai traf sich das Gremium erstmals im Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium in Berlin. Das aus Vertretern forschender und mittelständischer Pharmaunternehmen, Generikaherstellern und Gewerkschaften zusammengesetzte Gremium soll sich darüber verständigen, wie die Rahmenbedingungen für die pharmazeutische Forschung sowie Zulassungsverfahren verbessert werden könnten.
Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­terin Ulla Schmidt äußerte sich nach dem Treffen zuversichtlich, dass die Pharmaindustrie ihren internationalen Spitzenplatz zurückgewinnen könnte. „Nicht zuletzt gehe es auch darum, die mehr als 11 500 Arbeitsplätze in der Pharmaindustrie zu erhalten und auszubauen.“ Mit Blick auf die neuesten Zahlen des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) wies die Ministerin aber auch darauf hin, dass es den großen pharmazeutischen Unternehmen besser ginge als häufig angenommen. So hätten die Renditen vor Steuern im vergangenen Jahr durchschnittlich bei etwa 20 Prozent gelegen.
VFA-Chef Bernhard Scheuble begrüßte die Einrichtung der Task Force. Gerade für international tätige Unternehmen seien mehr Anreize notwendig, damit sie in Deutschland investierten, sagte er.
Der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, Hubertus Schmoldt, sprach von einer Chance, den ehemals guten Pharmastandort Deutschland innovativ zu machen.
Unterdessen übte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie, Henning Fahrenkamp, scharfe Kritik an den Reformplänen der rot-grünen Bundesregierung. „Wenn rezeptfreie Medikamente künftig nicht mehr von der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung erstattet werden, bedeutet das eine massive Einschränkung der Arzneimitteltherapie, ein erhöhtes Gesundheitsrisiko für die Patienten und Mehrausgaben für die
Gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung“, warnte Fahrenkamp.
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