ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2003Humboldt-Universität: Kanzleramt abgeschafft

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Humboldt-Universität: Kanzleramt abgeschafft

Dtsch Arztebl 2003; 100(21): A-1393 / B-1161 / C-1089

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Foto: ddp
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Präsident lobt Verbesserung der Leitungssysteme.
Zwischen 100 und 600 Millionen Euro müssen die drei Berliner Universitäten einsparen – so lauten die noch ungenauen Vorgaben des Wissenschafts- und Finanzsenats. Die Technische und die Freie Universität führten aufgrund dieser Sparauflagen einen flächendeckenden Numerus clausus für alle Fachbereiche ein. Die Humboldt-Universität (HU) will wegen der Finanzmisere im Wintersemester 2003/2004 keine neue Studenten aufnehmen. „Der Beschluss ist juristisch wackelig, und der Wissenschaftssenat muss ihm noch zustimmen“, räumte HU-Sprecherin Susann Morgner ein.
Die Berliner Universitäten repräsentierten die chronische Unterfinanzierung der deutschen Hochschulen. „Bundesweit brauchen alle Universitäten eine professionelle Verwaltung mit klaren Kompetenzen anstelle aufgeblasener Verwaltungen“, sagte HU-Präsident Prof. Dr. Jürgen Mlynek. „Wir sind die erste Universität mit einem hauptamtlichen Präsidium. Der Kanzler wurde abgeschafft.“ Mlynek stellte den Abschlussbericht des LESSY-Projektes (Verbesserung des Leitungs- und Entscheidungssystems) vor, dessen Folge unter anderem die neue Leitungsstruktur ist. Die VolkswagenStiftung hatte 1994 fast 80 deutsche Universitäten eingeladen, Konzepte in der Praxis zu erproben, die auf eine Stärkung der Leistungsfähigkeit durch mehr Eigenverantwortung zielen. Durch das Präsidium und vier Vizepräsidenten wird Mlynek zufolge seit Mai 2000 mehr Professionalität erreicht. Jeder Vizepräsident habe klare Aufgaben. Das Präsidium arbeite hauptamtlich und werde für fünf Jahre gewählt. Früher habe man sich für das Kanzleramt eine Person ausgesucht, „die am wenigsten stört“. Heute dagegen laute die Devise: Nicht verwalten, sondern gestalten.
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