ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2003Krebsfrüherkennung: In Schweden und Holland erfolgreich

POLITIK: Medizinreport

Krebsfrüherkennung: In Schweden und Holland erfolgreich

Dtsch Arztebl 2003; 100(21): A-1416 / B-1179 / C-1106

Koch, Klaus

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LNSLNS Die Brustkrebsmortalität ist in den letzten zehn bis 20 Jahren in den Niederlanden und Teilen Schwedens spürbar gesunken. Nach der Analyse von zwei Forschergruppen scheint dafür vor allem die Einführung der Mammographie zur Früherkennung verantwortlich zu sein. So wurde in den Niederlanden zwischen 1989 und 1997 nach und nach ein Früherkennungsprogramm aufgebaut. Bezogen auf 10 000 Frauen im Alter zwischen 55 und 64 Jahren, waren im Jahr 1990 rund neun bis zehn an Brustkrebs gestorben. Im Jahr 2000 waren es etwa acht von 10 000; das entspricht einem Rückgang um etwa 20 Prozent (Lancet 2003; 361: 1411).
Ähnlich fällt das Ergebnis der Analyse einer Region in Schweden aus, in der bereits Ende der 70er-Jahre mit der Mammographie begonnen wurde (Lancet 2003; 361: 1405). Hier waren vor 1977 jährlich vier bis fünf von 10 000 Frauen im Alter zwischen 40 und 69 an Brustkrebs gestorben. In den folgenden zwei Jahrzehnten sank die Rate auf zwei bis drei pro 10 000 Frauen.
Die beiden Studien seien kein Beweis dafür, dass tatsächlich die Mammographie die Ursache des Rückgangs sei, betonte Dr. Klaus Giersiepen vom Bremer Institut für Prävention und Sozialmedizin: „Sie bestärken mich aber in meiner Auffassung, dass Früherkennung in der Altersgruppe von 50 bis 70 Jahren die Brustkrebssterblichkeit verringern kann.“ Unklar ist noch, welchen Anteil parallel mit der Etablierung der Mammographie-Programme eingeführte Verbesserungen der Brustkrebs-Therapie auf den Rückgang der Sterblichkeit hatten.
Eine frühere Untersuchung aus England kam zum Ergebnis, dass ein Drittel des dortigen Rückgangs der Brustkrebssterblichkeit zwischen 1990 und 1998 auf Mammographie-Früherkennung beruht, zwei Drittel hingegen auf Verbesserungen der Patientenversorgung zurückzuführen waren – insbesondere auf adjuvante Therapiemaßnahmen. Klaus Koch

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