ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2003Altersgrenze: Arbeit macht Spaß

BRIEFE

Altersgrenze: Arbeit macht Spaß

Dtsch Arztebl 2003; 100(21): A-1431 / B-1194 / C-1120

Reichel, Klaus

Erfolgserlebnis eines „Ruheständlers“:
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LNSLNS 68er, nicht verzagen – Ihr werdet noch gebraucht! Zum 1. Juli 2001 musste ich meine Tätigkeit als Vertragsarzt beenden, da ich die Altersgrenze erreicht und nach Ansicht einiger Verfassungsrichter, die deshalb Verfassungsklagen nicht angenommen haben, in diesem Alter psychisch und physisch nicht mehr in der Lage sein sollte, den schweren Beruf eines Vertragsarztes weiter auszuüben . . .
So gab ich schließlich im Februar eine Anzeige im DÄ auf, dass ich als fachärztlicher Internist im Ruhestand, durch langjährige Tätigkeit als Belegarzt auch mit stationärer Tätigkeit und kollegialer Zusammenarbeit vertraut, unter Angabe meiner bisherigen Tätigkeiten vom internistischen Röntgen über Endoskopie und Sonographie, eine Stelle als Assistenzarzt oder Funktionsarzt an einer Inneren Abteilung eines Hauses der Grundversorgung oder einer Rehaklinik suchen würde, und zwar für jeweils kürzer oder länger befristete Vertretungen. Mein Erstaunen war sehr groß: Es kam ein Dutzend von interessanten Angeboten vom Bodensee über Luxemburg, Hamburg, Sylt bis in den äußersten Nordosten.
Ich habe mich nunmehr für drei Monate Vertretung entschieden an einer mittelgroßen Rehaklinik im Raum Magdeburg, Schwerpunkt Kardiologie und Diabetes. Ich habe ausdrücklich meine Bereitschaft erklärt, die Tätigkeit sofort zu beenden, falls sich eine Nachwuchskraft melden sollte. Seit dem 1. April arbeite ich wieder. Während ich Infarktpatienten bisher nur im Akutstadium auf unserer Intensivabteilung und anschließend Normalstation, später erst wieder nach erfolgreicher Rehabilitation in der Praxis oder in der Koronargruppe erlebte, schließt sich jetzt die Lücke – die Akut-Rehabilitation. Die Arbeit macht mir Spaß – die Zusammenarbeit mit den Kollegen und den Mitarbeitern verläuft reibungslos, die Patienten sind zufrieden und meist positiv überrascht, wenn ich ihnen erkläre, dass ein „alter Rentner“ vor ihnen sitzt. Es ist zwar eine andere Form von Papierkrieg, doch das klappt auch schon ganz gut . . .
Dr. med. Klaus Reichel, Hubertussteig 7, 91217 Hersbruck
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