ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2003Hypertoniebehandlung: Fixkombination soll Responderrate erhöhen

VARIA: Wirtschaft - Aus Unternehmen

Hypertoniebehandlung: Fixkombination soll Responderrate erhöhen

Dtsch Arztebl 2003; 100(21): A-1459

Wiehl, Martin

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Seit Beginn des Jahres steht eine Fixkombination aus einem Calciumantagonisten und einem ACE-Hemmer zur Behandlung der Hypertonie zur Verfügung. In Eneas® seien 20 mg Nitrendipin und 10 mg Enalapril enthalten, erklärte Arnd Köpcke (Merck, Darmstadt). Der Name stehe für zwei Studien: European Nitredipine-Enalapril Association Study 1 (ENEAS-1), in der die Wirksamkeit und Therapiesicherheit der Fixkombination mit Enalapril allein verglichen und klinisch geprüft wurde, und ENEAS-2, in der mit Nitrendipin allein verglichen wurde.
Sowohl die Diagnose als auch die Therapie der Hypertonie blieben noch weit hinter ihren Möglichkeiten zurück, betonte Dr. Dietmar Trenk (Bad Krozingen) und verwies auf die Daten des MONICA-(Monitoring in Cardiology-) Registers. Danach sind nur etwa 25 Prozent der Hypertoniker auf Blutdruckwerte unter 140/90 mm Hg eingestellt, obwohl es bei den in den letzten Jahrzehnten entwickelten Antihypertensiva-Substanzklassen gelungen sei, die blutdrucksenkende Wirkung zu verbessern und die Rate an unerwünschten Wirkungen zu senken.
Monotherapie ist häufig nicht ausreichend
Zwar empfehlen die gültigen Leitlinien, dass eine blutdrucksenkende Therapie mit einer einzigen Substanz begonnen werden soll, es müsse jedoch davon ausgegangen werden, sagte Trenk, dass unter einer Monotherapie nur maximal die Hälfte der Patienten eine Normalisierung der Blutdruckwerte unter 140/90 mm Hg erreichen kann. Wie Prof. Gerd Bönner (Bad Krozingen) ergänzte, lassen sich mit einer Monotherapie nur 25 bis 33 Prozent der Patienten einstellen, wenn aufgrund eines gleichzeitig vorliegenden Diabetes mellitus die Zielblutdruckwerte strenger gesetzt werden. Als problematisch bei der Monotherapie nannte Bönner eine nur abgeflachte Wirkungssteigerung beim Hochtitrieren, da die Gegenregulationsmechanismen in höheren Dosen zunähmen.
Bessere Verträglichkeit durch Fixkombination Demgegenüber sollte bei einer fixen Kombination von zwei antihypertensiven Wirkstoffen nicht nur gewährleistet sein, dass sich die Wirkungen der Einzelpartner mindestens addieren, sondern auch, dass die Verträglichkeit verbessert wird, indem unerwünschte Wirkungen eher abnehmen, forderte Trenk. Bei der fixen Kombination von Nitrendipin und Enalapril sei dies der Fall. Nitrendipin bewirke eine Hemmung des transmembranen Einstroms extrazellulärer Calciumionen aufgrund einer Blockade von L-Typ-Calciumkanälen. Dies geschehe überwiegend an peripheren Widerstandsgefäßen und führe damit zur Blutdrucksenkung. Die reflektorische Stimulation des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems und des Sympathikus werde durch die gleichzeitige Gabe des ACE-Hemmers Enalapril abgeschwächt.
Umgekehrt würden unter der Behandlung mit dem ACE-Hemmer Enalapril nicht alle Angiotensin-II-bildenden Enzyme gehemmt, sodass noch über verschiedene andere Systeme Angiotensin-II entstehen könne, das über die Aktivierung von AT1-Rezeptoren vasokonstriktorisch wirkt. Hierbei spielten Calciumionen eine bedeutende Rolle, und gleichzeitig verabreichte Calciumantagonisten hemmten den Calciumeinstrom und schwächten den negativen Effekt des ACE-Hemmers ab.
In einer Dosisfindungsstudie konnte laut Aussage von Trenk gezeigt werden, dass die Kombinationstherapie den untersuchten Dosierungen von Enalapril (5, 10 und 20 mg) beziehungsweise Nitrendipin (5, 10 und 20 mg) in der Monotherapie überlegen war. Die stärkste Senkung des diastolischen Blutdruckes wurde mit der Kombination von 10 mg Enalapril und 20 mg Nitrendipin erzielt. Das Kombinationspräparat war auch in den zwei Folgestudien ENEAS-1 und -2 den Therapieregimen mit der jeweiligen Monotherapie überlegen.
So kam es unter der fixen Kombination zu einer signifikant stärkeren Absenkung sowohl der diastolischen (minus 8,3 mm Hg versus minus 5,9 mm Hg) als auch der systolischen Druckwerte (minus 10,9 mm Hg versus minus 8,6 mm Hg). Die Responderraten hinsichtlich der erreichten diastolischen beziehungsweise systolischen Blutdruckwerte seien ebenfalls signifikant höher (64,5 versus 50,2 Prozent diastolisch und 48,8 versus 37,7 Prozent systolisch). Ferner war bei den mit der fixen Kombination behandelten Patienten die Inzidenz von Ödemen im Vergleich zur Monotherapie mit Nitrendipin deutlich reduziert. Martin Wiehl

Einführungspressekonferenz Eneas „Gegen die Monotonie der Monotherapie – Neue Perspektiven für die Therapie der Hypertonie“ der Merck KGaA in Eisenach
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema