ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2003Photodynamische Therapie: Verteporfin stabilisiert das Sehvermögen

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Photodynamische Therapie: Verteporfin stabilisiert das Sehvermögen

Dtsch Arztebl 2003; 100(21): A-1460

Hoc, Siegfried

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Typisch für den Visusverlust bei Makuladegeneration ist der schwarze Fleck im Gesichtsfeld. Foto: Novartis Pharma
Typisch für den Visusverlust bei Makuladegeneration ist der schwarze Fleck im Gesichtsfeld. Foto: Novartis Pharma
Die feuchte, altersbezogene Makuladegeneration (AMD) ist die häufigste Ursache einer Erblindung in der westlichen Welt. Nach Angaben des Berufsverbandes der Augenärzte leiden in Deutschland rund eine Million Personen an dieser Augenerkrankung. Die Zahl der Neuerkrankungen wird auf etwa 55 000 jährlich geschätzt.
Lange Jahre war die Laserkoagulation die einzige Therapiemöglichkeit. Sie hat den Nachteil, dass durch die Hitze auch angrenzendes gesundes Netzhautgewebe geschädigt wird, was für den Patienten einen weiteren Visusverlust bedeutet. Hingegen bezeichnete Prof. Michael H. Foerster (Berlin) die photodynamische Therapie mit Verteporfin (Visudyne®) als eine innovative Therapiemaßnahme, die gesundes Gewebe schont. Hierbei werden dem Patienten 6 mg/m2 Körperoberfläche Visudyne als Infusion verabreicht.
Nachdem sich der Porphyrin-Farbstoff Verteporfin in den Gefäßen der subfovealen chorioidalen Neovaskularisation (CNV) der Retina angereichert hat, was etwa 15 Minuten dauert, wird an der betroffenen Stelle der Macula lutea mit einem Diodenlaser nichtthermisches rotes Licht eingestrahlt und damit der Farbstoff aktiviert. Es wird Energie frei, die selektiv die pathologischen Blutgefäße verschließt. Dadurch wird bei vielen Patienten die Sehkraft zumindest stabilisiert, manchmal sogar verbessert. Voraussetzung für den Erfolg der Therapie ist allerdings eine frühzeitige Diagnose mithilfe der Fluoreszenzangiographie. Verschiedene klinische Studien belegen die lang anhaltende Wirksamkeit der photodynamischen Therapie mit Visudyne. Danach ist auch noch im dritten Behandlungsjahr das Sehvermögen stabil. In der TAP-Studie (Treatment of AMD with Photodynamic Therapy) wurden 609 Patienten mit CNV mit der Diagnose AMD mit Visudyne oder Placebo behandelt. Mit 67 versus 40 Prozent nach zwölf Monaten und 58 versus 31 Prozent nach 24 Monaten stabilisierte sich in der Verum-Gruppe der Visus signifikant häufiger. Auch nach 36 und 48 Monaten war das Sehvermögen noch stabil.
Vergleichbar gute Ergebnisse erbrachte die VIP-Studie (Verteporfin In Photodynamic Therapy). Von den 258 Patienten mit rein okkulten CNV mit der Diagnose AMD zeigten die Patienten unter der Visudyne-Therapie im Vergleich zu Placebo nach 24 Monaten signifikant seltener einen Visusverlust.
CNV können auch infolge pathologischer Myopien auftreten. Bei Patienten unter 50 Jahren ist diese Art der Kurzsichtigkeit die häufigste Ursache einer CNV. In der VIP-Studie haben diese Patienten durch die photodynamische Therapie nach zwölf Monaten eine deutlich höhere Rate an Visusstabilisierung gezeigt als unter Placebo (72 versus 44 Prozent). Insbesondere Patienten mit schlechtem Ausgangsvisus hätten von der Therapie profitiert, berichtete Prof. Veit-Peter Gabel (Regensburg). Siegfried Hoc

Pressekonferenz „Innovative Therapie gegen häufigste Erblindungsursache“ der Firma Novartis in Nürnberg
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