VARIA: Personalien

Gestorben

Dtsch Arztebl 2003; 100(21): A-1465 / B-1217 / C-1141

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LNSLNS Prof. Dr. med. Norbert H. Rietbrock, seit 1977 Inhaber eines Lehrstuhls für Klinische Pharmakologie an der Universität Frankfurt (1999 emeritiert), starb am 16. Februar im Alter von 72 Jahren.
Norbert H. Rietbrock, in Burlo/Westfalen geboren, war Mitbegründer und 1. Präsident der Deutschen Gesellschaft für Klinische Pharmakologie und Therapie e.V. und Mitbegründer der Europäischen Gesellschaft. Promoviert wurde er 1959 an der Universität Hamburg, 1968 hatte er sich an der Universität Würzburg habilitiert mit dem Thema „Kinetik und Mechanismus des Methanolumsatzes als Grundlage einer rationalen Therapie der Methanolvergiftung“. Später arbeitete er als C-3-Professor für Klinische Pharmakologie am Institut für Klinische Pharmakologie an der Freien Universität Berlin unter Prof. Dr. Helmut Kewitz. 1977 ist er auf den Lehrstuhl an die Frankfurter Universität berufen worden. Seine Forschungsschwerpunkte waren vor allem die nichtrenal ausgeschiedenen Herzglykosiden. Pionierarbeiten geleistet hat er auf dem Gebiet der Pharmakokinetik von Warfarin und Benzodiazepinen. Er war Herausgeber des Lehrbuchs „Klinische Pharmakologie – Arzneitherapie“ (4. Auflage).
Prof. Dr. med. Jochen Quandt, ehemaliger Inhaber eines Lehrstuhls für Psychiatrie und Neurologie an der Akademie für Ärztliche Fortbildung der DDR, ehemaliger Direktor des Bezirkskrankenhauses für Psychiatrie und Neurologie in Bernburg, starb am 22. Februar im Alter von 82 Jahren.
Jochen Quandt, der aus Dresden stammte, studierte an der Universität Leipzig ab 1940 Medizin; von 1942 bis 1945 war er Angehöriger der Medizinischen Studentenkompanie in Rostock. 1945 wurde er mit einer Arbeit zum Thema „Karbolnachtblaufärbung der Tuberkelbazillen im Sputum und Gewebe“ zum Dr. med. promoviert. Nach dem Krieg war er zunächst Volontärassistent am Pathologischen Institut des Krankenhauses Dresden-Friedrichstadt, von 1946 bis März 1951 Stations- und Oberarzt an der Landesanstalt Arnsdorf. Habilitiert hatte er sich im Juli 1951 mit einer Arbeit „Beitrag zur psychosomatischen Erfassung titanischer Syndrome“. 1967 wurde ihm der Lehrstuhl für Psychiatrie und Neurologie an der Akademie für Ärztliche Fortbildung übertragen.

Hans Herken Foto: Archiv
Hans Herken Foto: Archiv
Prof. Dr. med. Hans Herken, ehemaliger langjähriger Direktor des Pharmakologischen Instituts der Freien Universität Berlin, starb am 21. März im Alter von 90 Jahren in Berlin.
Hans Herken, der an den Universitäten Erlangen, Graz, Heidelberg und Düsseldorf Medizin studierte, habilitierte sich 1939 in Berlin und wurde 1953 Nachfolger von Wolfgang Heubner am neu gegründeten Berliner Pharmakologischen Institut der FU. Er gab dem Institut eine biochemisch orientierte Forschungsrichtung. Namentlich zu Fragen der Ödembehandlung und der Beeinflussung von Gehirnfunktionen durch Pharmaka publizierte Herken in mehr als 260 Arbeiten. Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Arbeiten und Publikationen waren Themen wie die Nierenpharmakologie und Neurotoxizität. Schon früh regte Herken im Rahmen der Fachgesellschaft Richtlinien für die Prüfung von Arzneimitteln an, die später als Grundlage für die gesetzliche Verankerung dienten. Stets hat er sich für eine Verbesserung der Arzneimittelsicherheit eingesetzt. Die Gründung eines Instituts für Embryo-Pharmakologie, aber auch für Klinische Pharmakologie und Neuro-Psychopharmakologie in Berlin geht auf ihn zurück. Herken wurde wegen seiner zahlreichen Ehrenmitgliedschaften in angesehenen Fachgesellschaften, wegen seiner Mitgliedschaft in der Leopoldina sowie durch zahlreiche Medaillen und Plaketten (von Graefe, Schmiedeberg) und das Große Bundesverdienstkreuz geehrt. EB
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