ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2003TOP IX - Wahlen: Vertrauensbeweis für Hoppe TOP IX: Wahlen Vertrauensbeweis für Hoppe Montgomery verfehlte knapp sein Ziel, in den Vorstand zurückzukehren.TOP IX: Wahlen Vertrauensbeweis für Hoppe

POLITIK: Deutscher Ärztetag

TOP IX - Wahlen: Vertrauensbeweis für Hoppe TOP IX: Wahlen Vertrauensbeweis für Hoppe Montgomery verfehlte knapp sein Ziel, in den Vorstand zurückzukehren.TOP IX: Wahlen Vertrauensbeweis für Hoppe

Jachertz, Norbert

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Nach der Wiederwahl: Hoppe und Gratulant(inn)en
Nach der Wiederwahl: Hoppe und Gratulant(inn)en
Gruppenbild mit zwei Damen: Der Vorstand der Bundesärztekammer wurde nach der Wahl auf getreuliche Amtsführung verpflichtet – vom ältesten Delegierten, Dr. med. Georg Holfelder (zu erkennen auf der Projektionsfläche, oben).
Gruppenbild mit zwei Damen: Der Vorstand der Bundes­ärzte­kammer wurde nach der Wahl auf getreuliche Amtsführung verpflichtet – vom ältesten Delegierten, Dr. med. Georg Holfelder (zu erkennen auf der Projektionsfläche, oben).
Glückwünsche für Auerswald
Glückwünsche für Auerswald
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Montgomery verfehlte knapp sein Ziel, in den Vorstand zurückzukehren.

Turnusgemäß standen in diesem Jahr Wahlen zum Vorstand der Bundes­ärzte­kammer an. Der Deutsche Ärztetag ist deren Haupt­ver­samm­lung und wählt alle vier Jahre den Präsidenten, zwei Vizepräsidenten und zwei Beisitzer. Der B
Crusius (Crusius mit Fliege, neben ihm Gegenkandidat Montgomery)
Crusius (Crusius mit Fliege, neben ihm Gegenkandidat Montgomery)
undesärztekammer-Vorstand besteht zudem aus den Präsidenten der Lan­des­ärz­te­kam­mern. Sie sind geborene Mitglieder, Ausdruck dessen, dass die Bundes­ärzte­kammer die Arbeitsgemeinschaft der deutschen Ärztekammern ist.
Der 106. Deutsche Ärztetag bestätigte mit eindrucksvoller Mehrheit Prof. Dr. med. Dr. h. c. Jörg-Dietrich Hoppe (62) in seinem Amt als Präsidenten der Bundes­ärzte­kammer und des Deutschen Ärztetages; er ist zugleich Präsident der Ärztekammer Nordrhein. Hoppe erhielt 222 von 241 abgegebenen gültigen Stimmen. Hoppe hatte keinen Gegenkandidaten. Vor vier Jahren, in Cottbus, stimmten für Hoppe 181 von 245 Delegierten. Gegenkandidat war damals Dr. med. Frank Ulrich Montgomery. Hoppe trat 1999 die Nachfolge von Prof. Dr. med. Dr. h. c. Karsten Vilmar an, der die Deutschen Ärztetage und die Politik der Bundes­ärzte­kammer über viele Jahre nachhaltig geprägt hatte. Vilmar fungierte bei dem diesjährigen Ärztetag als Wahlleiter, umsichtig und routiniert wie eh und je, und viele im Saal fühlten sich um vier Jahre zurückversetzt.
Hoppe nahm die Wahl „hocherfreut“ an, tatsächlich bedeutet das Ergebnis Vertrauensbeweis und Anerkennung für vier Jahre Arbeit unter schwierigen politischen Verhältnissen. Mit Blick auf diese politische Umwelt versprach Hoppe, sich „nicht in die Knie zwingen zu lassen“.
Als Vizepräsidenten bestätigte der Deutsche Ärztetag Dr. med. Ursula Auerswald (53), die Präsidentin der Ärztekammer Bremen, und Dr. med. Andreas Crusius (47), zugleich Präsident der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern. Auf Frau Auerswald, die keinen Gegenkandidaten hatte, entfielen 225 von 233 abgegebenen gültigen Stimmen, auf Crusius 130 von 244 Stimmen.Henke (nebenstehend links, Henke ganz rechts im Bild)
Henke (nebenstehend links, Henke ganz rechts im Bild)
> Mit Crusius war Montgomery ins Rennen gegangen, er erhielt 111 Stimmen. Die Kandidatur von Montgomery war ungewöhnlich und hatte schon im Vorfeld des Ärztetages für mancherlei Spekulationen Anlass gegeben. Montgomery (51), der Vorsitzender des Marburger Bundes (MB) ist, habe sich mit den Hausärzten zusammengetan, um seine Wahl abzusichern. Im Gegenzug wolle der MB einen Kandidaten der Hausärzte bei der Beisitzerwahl unterstützen, so wurde geraunt. Solche Bündnisse haben auf Ärztetagen freilich nur begrenzten Wert, da es keine echten Fraktionen gibt und im Zweifel einem Delegierten seine Entscheidungsfr
Bühren (nebenstehend rechts, Bühren gelb gewandet)
Bühren (nebenstehend rechts, Bühren gelb gewandet)
eiheit lieber ist als eine Absprache. Zum Nachteil geriet Montgomery vor allem aber, dass er kein Delegierter war (seine heimatliche Ärztekammer Hamburg hatte ihn nicht aufgestellt) und somit nicht vor dem Plenum auftreten konnte, auch eine Kandidatenvorstellung hatte der Ärztetag bei diesem Wahlgang abgelehnt (später, bei der Wahl der Beisitzer, hingegen konzediert). Ungewöhnlich war schließlich die Kandidatur überhaupt. Normalerweise sind die Präsidenten und Vizepräsidenten der Bundes­ärzte­kammer zugleich Kammerpräsidenten. Montgomery aber hatte sein Präsidentenamt in Hamburg vor wenigen Monaten verloren. Er kandidierte somit, obwohl schon lange in der Berufspolitik zu Hause, gleichsam „von außen“. Gleichwohl war ihm eine reelle Chance eingeräumt worden. Doch er wurde ausgebremst
Spannend war, auch wegen der Vorgeschichte um die Wahl des Vize, die Wahl der beiden aus dem Ärztetag zu wählenden Beisitzer. Gleich im ersten Wahlgang setzte sich Rudolf Henke (48) mit 159 von 241 Stim
Wahlvorgang: Vilmar leitete interimistisch die Sitzung (Bild inten links), rechts neben ihm Prof. Dr. Ingo Flenker und Prof. Dr. Eggert Beleites als seine „Helfer“; im Hintergrund: Prof. Dr. Christoph Fuchs.
Wahlvorgang: Vilmar leitete interimistisch die Sitzung (Bild inten links), rechts neben ihm Prof. Dr. Ingo Flenker und Prof. Dr. Eggert Beleites als seine „Helfer“; im Hintergrund: Prof. Dr. Christoph Fuchs.
men durch. Henke gehört dem Bundes­ärzte­kammer-Vorstand seit acht Jahren an, seine berufspolitische Heimat ist der Marburger Bund, zudem ist er Mitglied des nordrhein-westfälischen Landtags. Für den weiteren Beisitzersitz waren drei Wahlgänge nötig. Schließlich setzte sich Dr. med. Astrid Bühren (50) durch, auch sie bereits in der vergangenen Wahlperiode im V
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orstand vertreten. Sie erhielt 118 von 220 gültigen Stimmen, ihr Gegenkandidat Dr. med. Max Kaplan 99. Frau Bühren ist auch Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes. Kaplan war auf diesem Deutschen Ärztetag beim Streit um die allgemeinärztliche und internistische Weiterbildung als Sprecher der Allgemeinärzte/Hausärzte hervorgetreten. In einem früheren Wahlgang war bereits ausgeschieden Elke Köhler, Allgemeinärztin aus Brandenburg, die unter anderem vom Hartmannbund unterstützt worden war.
Gewählt wurde schließlich auch zu drei Ausschüssen, die ein eigenes vom Deutschen Ärztetag verabschiedetes Statut haben: Deutscher Senat für ärztliche Fortbildung, Deutsche Akademie für Allgemeinmedizin und Deutsche Akademie der Gebietsärzte. Die Wahlergebnisse sind in der Dokumentation der Ärztetagsbeschlüsse in diesem Heft wiedergegeben. Norbert Jachertz

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