ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2003Raumgestaltung: Patiententheke als Herzstück der Praxis

VARIA: Technik

Raumgestaltung: Patiententheke als Herzstück der Praxis

Dtsch Arztebl 2003; 100(22): A-1551

Fromm, Leonard

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Die Empfangstheke des Fellbacher Schreiners Schneider in der Arztpraxis in Göppingen Foto: Leonard Fromm
Die Empfangstheke des Fellbacher Schreiners Schneider in der Arztpraxis in Göppingen Foto: Leonard Fromm
Individuallösungen fördern Atmosphäre.
Hohe Patientenfrequenz, großer Verwaltungsaufwand und immer weitere technische Geräte auf begrenztem Raum sind Alltag in den meisten deutschen Arztpraxen. Wichtig ist es, vorhandenen Platz optimal zu nutzen und ihn zugleich freundlich und funktional zu gestalten. Immer mehr Ärzte vertrauen dabei den individuellen Lösungen kreativer Schreiner.
„Das Herzstück einer Praxis ist die Empfangstheke“, sagt Klaus Schneider, Schreinermeister aus Fellbach. Die Rezeption solle eine freundliche Atmosphäre vermitteln, zugleich aber ein hohes Maß an Funktionalität bieten, sollen dort doch oft drei und mehr Arbeitsplätze untergebracht sein, die zudem von der Patientenseite her leicht zugänglich sind. Die Folge sind oft Möbelstücke, die mit ihrer Wuchtigkeit den begrenzten Raum zu erdrücken drohen. Schneiders Tipp: horizontal abgeschrägte Theken mit einem leichten Schwung, deren Arbeitsfläche sich zudem in eine Richtung verschlankt. Das erzeuge Dynamik und Leichtigkeit.
Walter und Sibylle Ulmer, die gemeinsam eine Allgemeinarztpraxis in Göppingen betreiben, haben in Zusammenarbeit mit dem Fellbacher Schreiner ihre Praxis umgebaut. Ausgangspunkt war ein Anbau, um den die Praxis in einem verwinkelten Altbau erweitert und innen komplett renoviert werden sollte. Die Empfangstheke positionierte der Schreiner völlig anders als ursprünglich von den Ulmers und deren Architekt geplant. Die Folge: Es entstand mehr Platz, um drei Counter einzurichten und zugleich im rückwärtigen Bereich noch einen Schreibtisch für ungestörtes Arbeiten im Sitzen, einen Drucker und eine kleine Teeküche unterzubringen.
Den Nachteil, dass man von der Theke aus nun nicht mehr zur Eingangstür schauen kann, machte Schneider mit einer großflächigen Verspiegelung der gegenüberliegenden Wand wett, was außerdem den Raum, in dem sich sämtliche Wege in der Praxis kreuzen, großzügiger und heller wirken lässt. Außerdem hatte der Schreiner im konkreten Fall die Idee, eine tragende Säule an der Theke um eine zweite aus Holz zu ergänzen und beide in einen zarten Blauton zu tauchen, um damit auch Symmetrie und Ästhetik zu genügen.
Als wichtiges Merkmal des Erfolgs nennt Schreiner Schneider, dass Arzt und Mitarbeiter bereits in der Planungsphase all ihre Wünsche formulieren. Leonard Fromm
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