ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2003Irbesartan: Organprotektion in Studien belegt

VARIA: Wirtschaft - Aus Unternehmen

Irbesartan: Organprotektion in Studien belegt

Dtsch Arztebl 2003; 100(22): A-1550

Weiß, Maria

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Die mit einem hohen Risiko verbundene Kombination von Hypertonie und Diabetes findet man in der Allgemeinarztpraxis bei jedem zehnten Patienten. Eine Mikroalbuminurie deutet bei diesen Patienten nicht nur auf die drohende Nephropathie hin, sie ist auch ein wichtiger Marker für einen generalisierten Gefäßschaden. Als Nephrologe sehe man die Patienten mit Nierenschädigung viel zu spät, wenn der Übergang in die terminale Niereninsuffizienz nicht mehr aufzuhalten ist, klagte Prof. Eberhard Ritz (Heidelberg) in Berlin. Durch eine frühe Intervention im Stadium der Mikroalbuminurie hätte sich diese Entwicklung bei vielen Patienten aufhalten lassen.
In mehreren Studien ist die blutdruckunabhängige Renoprotektion durch die Gaben von Angiotensin-Rezeptorblockern belegt. In der IRMA-Studie (Irbesartan Microalbuminuria Study) konnte nachgewiesen werden, dass sich bei hypertonen Diabetikern mit Mikroalbuminurie durch die Gabe von Irbesartan die Häufigkeit des Übergangs in eine manifeste Nephropathie mit Proteinurie um 70 Prozent gegenüber Placebo reduzieren ließ. Unter der Dosierung von 300 mg/d Irbesartan (Aprovel®) kam es signifikant häufiger zu einer völligen Normalisierung der Eiweißausscheidung.
Auch Typ-2-Diabetiker mit einer bereits fortgeschrittenen Nephropathie profitieren noch von einer Therapie mit Irbesartan. In der IDNT-Studie (Irbesartan Diabetic Nephropathy Study) wurde dokumentiert, dass Irbesartan bei diesen Patienten den Übergang in eine terminale Niereninsuffizienz, gekennzeichnet durch Dialysepflicht, Transplantation oder Tod um 20 Prozent verzögert. Dies zahlt sich auch pharmakoökonomisch aus, wie Ritz anhand eines Rechenmodells zeigte. Durch das Herauszögern des terminalen Stadiums um 1,35 Jahre bei Patienten mit fortgeschrittener Niereninsuffizienz errechne sich durch den Einsatz von Angiotensin-Rezeptorblockern ein Einspareffekt von 10 969 Euro pro Patient. Vieles deute darauf hin, dass Angiotensin-Rezeptorblocker nicht nur die Nieren, sondern auch das Herz vor den Hochdruckfolgen schützen, erläuterte Prof. Roland E. Schmieder (Universität Erlangen-Nürnberg). In Untersuchungen wurde ein positiver Einfluss von Angiotensin-Rezeptorblockern auf die linksventrikuläre Hypertrophie belegt, die nach einer neueren Untersuchung nicht nur einen prognostischen Indikator für die kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität darstellt, sondern auch gehäuft mit Vorhofflimmern einhergeht. In einer Studie mit 186 Patienten wurde gezeigt, dass sich das erneute Auftreten von Vorhofflimmern mit einer Kombination von Irbesartan und Amiodaron wirkungsvoller unterdrücken lässt als mit Amiodaron allein. Schon in der IDNT-Studie zeichnete sich bei den niereninsuffizienten Typ-2-Diabetikern ein Trend zu einem verbesserten kardiovaskulären Überleben unter Irbesartan ab. In der jetzt initiierten I-PRESERVE-(Irbesartan in Heart Failure with Preserved Systolic Function-)Studie wird untersucht, welchen Einfluss die Therapie mit Irbesartan bei Patienten mit diastolischer Herzinsuffizienz auf die Gesamtsterblichkeit und die Hospitalisierungsrate aufgrund kardiovaskulärer Ereignisse hat. Maria Weiß

Pressekonferenz „Aprovel – Schutz von Herz und Niere über die Blutdrucksenkung hinaus“ der Firma Sanofi-Synthelabo in Berlin
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema