ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2003Die Anästhesie. Grundlagen und Praxis

BÜCHER

Die Anästhesie. Grundlagen und Praxis

Dtsch Arztebl 2003; 100(22): A-1546

Striebel, Hans Walter

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Anästhesie
Instruktives Lehrbuch
Hans Walter Striebel: Die Anästhesie. Grundlagen und Praxis. Schattauer GmbH, Stuttgart, New York, 2003, XII, 1300 Seiten, 786 Abbildungen, 229 Tabellen, gebunden, 129 €
Das Anästhesielehrbuch ist ein ungeheuer fleißiges Ein-Mann-Buch, das einen umfassenden Überblick über die Anästhesie vermittelt. Es zeugt von den umfassenden Talenten des Autors, der nicht nur ein geübter Kliniker innerhalb der Anästhesie ist, sondern auch ein exzellenter Aquarellzeichner. So besticht das Buch durch zahlreiche Farbfotografien, die Anästhesieabläufe darstellen, und durch eine Vielzahl exzellenter Aquarellzeichnungen, die vom Autor selbst angefertigt wurden. Das Verhältnis von Text zu Abbildung ist für ein Lehrbuch sicherlich ungewöhnlich; es ist durch die praktisch orientierten Abbildungen und Zeichnungen aber ein Gewinn für jeden jungen Anästhesisten. Viele Abbildungen sind so gehalten, dass sie sowohl für Pflegekräfte als auch für Ärzte instruktiv sind. Einige Abbildungen sind allerdings entbehrlich, zum Beispiel die ganzseitige Darstellung von Ampullen mit Lokalanästhetika.
Das Buch ist klar gegliedert und behandelt die Anästhesie von der Prämedikation bis zum Aufwachraum. Umfassend dargestellt werden die Vorbereitungsmaßnahmen, die Durchführung einer generellen Anästhesie sowie einer Regionalanästhesie und typische Narkoseprobleme. In einem weiteren Teil geht das Buch ausführlich auf Anästhesien in verschiedenen operativen Bereichen sowie auf Anästhesien bei bestimmten Begleiterkrankungen ein. Lebensrettende Sofortmaßnahmen werden abschließend kurz beschrieben.
Das Buch ist gut und flüssig geschrieben. Der Text zeigt eine ähnliche chronologische Symptomatik wie viele der Abbildungen, was dem Verständnis von Anästhesieabläufen sehr entgegenkommt. Bei manchen Zeichnungen hätte man sich einen Hinweis auf die ursprüngliche Abbildung gewünscht. Ebenso hätte man sich bei manchen geschichtlichen Daten eine größere Orientierung an der deutschen Anästhesiegeschichte gewünscht. So fehlt bei den Meilensteinen in der Geschichte sicherlich der deutsche Apotheker Sertürner, der um 1805 als Erster das Morphin isolierte. Und im Jubiläumsjahr der deutschen Anästhesie sollte die Gründung der Fachgesellschaft in das richtige Jahr 1953 gelegt werden.
Insgesamt ein sehr instruktives und übersichtliches Lehrbuch, das für den Einstieg in die Anästhesie und für stark visuell orientierte Lernende empfohlen werden kann. Michael Zenz
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