ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2003Polikliniken: Unzutreffende Aussage

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Polikliniken: Unzutreffende Aussage

Dtsch Arztebl 2003; 100(22): A-1541 / B-1282 / C-1203

Breuer, Ed.

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LNSLNS Der Aussage von Dr. Schulte, wonach „meine (unsere) Patienten in begründeten Fällen jedes anerkannte Medikament – auch als Import aus der BRD – erhielten“, trifft nicht zu. Darüber gibt es eine dokumentarische Mitteilung bezüglich des ehemaligen DDR-Künstlers Dieter Dreßler. Ein Asthmamittel, welches über die Importliste der Regierungsapotheke für einen speziellen Personenkreis erhältlich war, wurde ihm nach anfänglicher Genehmigung durch die Bezirksleitung der SED entzogen (siehe: „Eingegrenzt – Ausgegrenzt“, Bildende Kunst und Parteiherrschaft in der DDR, Akademie Verlag 2000).
Die Tatsache, dass man ihm ein lebenswichtiges Medikament vorenthielt, war ein wesentlicher Grund für Dreßler, 1986 die DDR zu verlassen. Und jetzt behauptet ein ehemaliger Polikliniker in der Öffentlichkeit, in der DDR hätte jedermann jedes notwendige Medikament bekommen!
Interessieren würde mich, was unter „Sonderpolikliniken“ zu verstehen ist. Dieser Begriff war m. W. nicht offiziell gebräuchlich wie z. B. das Regierungskrankenhaus, ein besonders verwerfliches Kennzeichen für das System eines privilegierten Gesundheitswesens. Über diese „Sonderpolikliniken“ hätte man gern mehr gewusst.
Dr. med. Ed. Breuer, Ernst-Reuter-Straße 13, 67373 Dudenhofen
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