ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2003Rürup-Kommission: Geradezu schwachsinnig

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Rürup-Kommission: Geradezu schwachsinnig

Dtsch Arztebl 2003; 100(22): A-1542 / B-1282 / C-1204

Rainer, Peter

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LNSLNS Was „verteuert“ denn eigentlich die Medizin? Bei weiterhin gedeckelten Honorartöpfen fließt doch kein Cent mehr von den Krankenkassen an die Ärzte; warum betont das denn keiner? Nur die Ärzte selbst schneiden durch erhöhte „Inanspruchnahme“ schlechter ab mit fallenden Punktwerten. Die geradezu schwachsinnig anmutende Praxisgebühr von 10 oder 15 Euro/(Fach-) Arztbesuch: Wer soll darüber Buch führen – mit welchem Aufwand – wozu? Sonderregelungen sind vorprogrammiert (Sozialklauseln). Um die Kassen zu entlasten, soll dies zwei Milliarden Euro bringen . . . Wie kalkulieren „Die“ denn? „Medizinischer Sachverstand ist für die Reform des Gesundheitswesens nicht nötig“ – so Prof. Dr. Dr. Lauterbach im Stadtgespräch in Fulda kürzlich. Was weckt diese sinnlose Praxisgebühr bei Patienten? Erwartungshaltung und Anspruchsdenken. So werden wir keinen Cent Medikamente einsparen. Der Versicherte will für sein Eintrittsgeld auch was geboten bekommen. Schlappe Nummer, die uns da zugemutet wird. Wir Ärzte aller Couleur wissen darum. Selbst ernannte „Qualitätsschwätzer und einflussreiche Randgruppen“ gleichermaßen spalten und lähmen das Rückgrat der einst selbstbewussten Ärzteschaft. Diese erkennt beispielsweise nicht einmal, dass ihre Altersvorsorge wegzubrechen droht. Was ist mit den Ruheständlern und denen, die keine Möglichkeit mehr haben, sich materiell für ihr Alter abzusichern? Wie tief ist in der Ärzteschaft der kleinste gemeinsame Nenner? Aus tiefem Schlaf werden wir aufgeschreckt, und hoffentlich werden wir noch rechtzeitig erwachen.
Dr. med. Peter Rainer, Heinrichstraße 13, 36037 Fulda
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