ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2003Hypertonika: Einsparpotenzial vorhanden

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Hypertonika: Einsparpotenzial vorhanden

Dtsch Arztebl 2003; 100(22): A-1542 / B-1282 / C-1204

Lauterbach, Karl W.

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LNSLNS . . . Zweifel an der eingeschlossenen Altersgruppe sind unbegründet, weil genau wie in der zugrunde liegenden ALLHAT-Studie nur Versicherte über 54 Jahre berücksichtigt wurden. Insgesamt konnten 1,3 Mio. Patienten eingeschlossen werden.
Außerdem wurde bereits bei der Präsentation der Ergebnisse betont, dass unserer Einschätzung nach Diuretika für die meisten Patienten eine gleichwertige Option für eine effektive Therapie des Bluthochdrucks im Vergleich zu ACE Hemmern und Calciumantagonisten bieten, diesen aber nicht überlegen sind. Die Substitution für die Patienten der Barmer wurde untersucht, weil Diuretika bei gleichem Nutzen kostengünstiger sind, nicht weil wir annehmen würden, sie wären medizinisch überlegen. Diese Annahme galt auch vor der Veröffentlichung der ALLHAT-Studie, galt also auch für den untersuchten Verordnungszeitraum, wurde durch diese bestätigt, und gilt auch nach der Veröffentlichung der australischen ANBP2-Studie von Wing, die in unsere Analyse einbezogen wurde und eine vermeintliche Überlegenheit der ACE-Hemmer über Diuretika bei Männern über 65 Jahre zeigte. Die Studie weist Designmängel wie beispielsweise die Post-hoc-Definition der Subgruppen Männer/Frauen auf. Außerdem wurde im Gegensatz zu der deutlich größeren ALLHAT-Studie auf eine Verblindung der Therapie verzichtet. Obwohl in der ALLHAT-Studie 30 % Schwarze teilnahmen, galten die zentralen Ergebnisse auch für die weißen Teilnehmer. Auch wir halten Betablocker für evidenzbasierte Mittel der ersten Wahl in der Hochdrucktherapie und haben keinen Ersatz durch Diuretika in unserer Studie simuliert.
Es ist richtig, dass die Schätzung des Einsparpotenzials bei Ersatz teurer durch kostengünstigere Calcium-Antagonisten am Beispiel des verordnungsstärksten Norvasc erfolgte. Wären weitere über den durchschnittlichen Tageskosten liegende Präparate einbezogen worden, läge das mögliche Einsparpotenzial bei Calcium-Antagonisten deutlich höher.
Prof. Dr. Dr. Karl W. Lauterbach, Institut für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie, Universität zu Köln, Gleueler Straße 176–178, 50935 Köln
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