ArchivDeutsches Ärzteblatt44/1996Sonographie-Kontrastmittel: Signalverstärkung für Doppler

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Sonographie-Kontrastmittel: Signalverstärkung für Doppler

Bischoff, Martin

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LNSLNS Die farbkodierte Dopplersonographie ist aus ei- nem modernen Klinikbetrieb nicht mehr wegzudenken. Auf nichtinvasive, rasche und kostengünstige Art und Weise ermöglicht sie, Stenosen, Verschlüsse und Blutflußphänomene darzustellen und zu bewerten. Leider kam diese Technik bis vor kurzem dort an ihre Grenzen, wo Adipositas, langsame Blutbewegung, tiefliegende Gefäße oder schallabsorbierende Strukturen einem klaren Echo im Wege waren.
Auf einer Einführungspressekonferenz der Schering AG wurde kürzlich ein neuer Signalverstärker auf Galaktosebasis (Levovist®) vorgestellt, der das Einsatzspektrum der Dopplersonographie in bisher nicht erfaßbare Bereiche erweitert. Die Signalverstärkung beträgt bis zu 25 dB und bleibt mehrere Minuten lang bestehen. Aus der Sicht des Neurologen ist der Signalverstärker besonders wertvoll, um Unsicherheiten in der doppler- oder duplexsonographischen Beurteilung extrakranieller hirnversorgender Arterien auszuräumen. So ist die Differentialdiagnose zwischen Verschluß und subtotaler Stenose der A. carotis interna in unklaren Fällen zuverlässig möglich. Die sonographische Eindringtiefe kann durch den Signalverstärker von bisher etwa drei Zentimetern bei gleicher Frequenz auf vier bis fünf Zentimeter erhöht werden. Auch kalkhaltige Strukturen können besser überwunden werden. Im Bereich der abdominellen Gefäße sind mit Levovist® nicht nur die Hauptstämme, sondern auch Äste zweiter und dritter Ordnung sowie Perfusionsausfälle der Nieren darstellbar. Der nicht erkennbare Bereich verringert sich auf diese Weise auf ein Zehntel des bisherigen Umfangs. Eine weitere wichtige Anwendung ergibt sich bei Mitralinsuffizienz und Aortenstenose. Durch den großen Abstand und das dem Herzen vorgelagerte Gewebe wurde die Intensität der Dopplersignale häufig zu stark abgeschwächt. Im Falle von schwachen oder verrauschten Dopplersignalen läßt sich durch die Signalverstärkung zum Beispiel der Druckgradient an einer Aortenstenose zuverlässig berechnen. Im Falle der Mitralinsuffizienz können Flußphänomene erfaßt werden, die bisher nur transösophageal untersucht werden konnten. Mit Hilfe der Signalverstärkung wird vielleicht in Zukunft die Myokardperfusion darstellbar sein.
Martin Bischoff

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