ArchivDeutsches Ärzteblatt44/1996Urogenitale Altersatrophie: Östrogenzufuhr per Silikonring

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Urogenitale Altersatrophie: Östrogenzufuhr per Silikonring

Blaeser-Kiel, Gabriele

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LNSLNS Viele Frauen leiden "stumm" an den Folgen des Östrogenmangels in der Postmenopause. Daß gerade die urogenitale Altersatrophie noch immer ein Tabuthema ist, belegt eine Befragung von 3 000 Frauen im Alter zwischen 55 und 75 Jahren aus sechs europäischen Ländern. 29 Prozent gaben an, daß sie an vaginalen Beschwerden wie Trockenheit, Brennen oder Juckreiz beziehungsweise Problemen beim Geschlechtsverkehr litten sowie an urethralen Symptomen wie Reizblase, Inkontinenz oder abakteriellen Entzündungen. Doch nur 60 Prozent suchten deswegen einen Arzt auf, und nur rund die Hälfte wußte, daß eine hormonelle Behandlung Abhilfe schaffen könnte.
Für die lokale Behandlung steht als Alternative zu östrogenhaltigen Zäpfchen und Salben seit kurzem ein neuartiges therapeutisches System zur Verfügung. Hinter Estring® verbirgt sich ein Silikonring, der einen Kern mit 2 mg 17Beta-Östradiol enthält. Der Ring, mit einem Durchmesser von 55 Millimetern, wird in das hintere Scheidengewölbe eingelegt. Über drei Monate diffundieren dann kontinuierlich 7,5 mg Östradiol pro vierundzwanzig Stunden in das Vaginalgewebe.
In klinischen Studien wurde eine vergleichbar gute Reduktion der urogenitalen Beschwerden wie bei anderen lokalen Hormonapplikationsformen erzielt, hieß es bei der Einführungspressekonferenz der Pharmacia GmbH in Hamburg. Nur wenige Patientinnen hätten Probleme beim Einsetzen gehabt oder Irritationen beim Geschlechtsverkehr empfunden. Die Verträglichkeit war insgesamt sehr gut. Mit systemischen Östrogeneffekten muß nicht gerechnet werden, da die Plasmakonzentrationen im Fließgleichgewicht unter 20 pmol/l liegen. Histologische und sonographische Untersuchungen ergaben keinen Hinweis auf eine Prolife- ration von Endometriumzellen. Gabriele Blaeser-Kiel
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