ArchivDeutsches Ärzteblatt23/20036. Via medici Kongress erstmals in Bochum: Arztberuf im Wandel

POLITIK

6. Via medici Kongress erstmals in Bochum: Arztberuf im Wandel

Dtsch Arztebl 2003; 100(23): A-1585 / B-1313 / C-1232

Seger, Gabriele

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LNSLNS Chancen im Gesundheitswesen erkennen und nutzen

Nachrückenden Ärzten Perspektiven im Gesundheitswesen aufzeigen ist die Intention des Kongresses „Via medici – Zukunftschancen für Mediziner“, der vom 20. bis 21. Juni erstmals in Bochum stattfinden wird. Die größte Job- und Karrierebörse für angehende und arbeitssuchende Mediziner in Deutschland, die 1998 vom Georg Thieme Verlag, dem Deutschen Ärzte-Verlag, der Marburger-Bund-Stiftung und dem mibeg-Institut Medizin ins Leben gerufen wurde, beschäftigte sich ursprünglich mit der Frage, ob deutschen Ärzten eine Massenarbeitslosigkeit drohe. Schwerpunkt der ersten Kongresse war deshalb, jungen Medizinern alternative Berufswege aufzuzeigen. Im vergangenen Jahr hingegen bestimmte die Furcht vor einem Ärztemangel und akuten Versorgungsengpässen die Informationsrichtung. Diesem Trendwechsel soll auch in diesem Jahr, nicht zuletzt durch die Wahl des Tagungsorts, Rechnung getragen werden. Dies teilte die Kongressleitung beim Pressegespräch am 14. Mai in Bochum mit.
Mehr als 10 000 junge Mediziner und Medizinstudierende besuchten in den vergangenen drei Jahren den Via medici Kongress (VMK) in Mannheim. Der diesjährige Veranstaltungsort, die Ruhr-Universität Bochum, liegt in der am dichtest besiedelten Region Europas. Die Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Medizin der Universität Bochum und dem Institut für Mikrotherapie der Universität Witten-Herdecke, bietet nach Ansicht des Kongressleiters Dr. Thomas Karsch, Stuttgart, eine Plattform für die Inhalte und Anliegen des Kongresses. „Das Gesundheitswesen hat für unsere Volkswirtschaft eine enorme Bedeutung, hier hat sich Know-how und technologischer Fortschritt angesammelt“, so Karsch. „Mit dem Via medici Kongress wollen wir dazu beitragen, dem medizinischen Nachwuchs die enormen Chancen und das hohe Potenzial, die darin liegen, nahe zu bringen und die damit verbundenen attraktiven Karriereperspektiven aufzuzeigen.“
Neue Perspektiven durch Gesundheitswirtschaft
Von Gesundheitswirtschaft spricht Prof. Dr. med. Dietrich H. W. Grönemeyer, Bochum, der im Gesundheitswesen eine „Boom-Branche“ der Zukunft sieht. „Die Bereiche Gesundheit und Wirtschaft müssen konsequent als ,Gesundheitswirtschaft Med. in Germany‘ zusammengedacht werden“, erklärte Grönemeyer, gemeint sind medizinische Versorgung gemeinsam mit assoziierten Branchen, von Medizintechnik über Ernährung und Gesundheitstourismus bis hin zu Sport, Fitness oder Wellness. Grönemeyer forderte einen Richtungswechsel in der Gesundheitspolitik. „Wenn wir die neuen Arbeitsmöglichkeiten für viele Menschen in der Gesundheitswirtschaft konsequent aufbauen, kommen wir endlich aus der negativen Diskussion um Kosten in eine Positivdiskussion um Chancen und Potenziale.“
Gefragt sei eine „Ideenexplosion zur Verbesserung der Lebensqualität in unserer Gesellschaft und zur Schaffung nachhaltiger Arbeitsplätze“, und dieses Potenzial gebe es gerade in der Gesundheitswirtschaft.
Während des Via medici Kongresses erhalten Studenten, Ärzte im Praktikum, Assistenzärzte und junge Fachärzte in Vorträgen und Workshops Informationen zu: Berufschancen in Klinik und Praxis, nichtkurativen Berufsfeldern, Chancen durch Zusatzqualifikation, Berufs- und Karriereplanung sowie zukünftige Anforderungen an den Medizinberuf. Zudem gibt es eine Sonderveranstaltung zur neuen Approbationsordnung. Neu im Programm ist in diesem Jahr der Medical Skills-Kurs: „Topfit im Notfall“. In kleinen Gruppen kann hier eine Reanimation, eine Intubation, die Interpretation des Notfall-EKG und die Behandlung akuter Notfälle an modernsten Simulatoren trainiert werden. Die starke Nachfrage bei den Anmeldungen, meinte Karsch, unterstreiche den Bedarf an praktischer Aus- und Fortbildung.
Rund um den Kongress bieten mehr als 80 Aussteller von Berufsverbänden, Weiterbildungsakademien, medizinischen Fachgesellschaften und der pharmazeutischen Industrie Stellen und eine individuelle Beratung an. Bestandteil des Stellenmarkts ist eine Klinikinsel. „Hier präsentieren sich Kliniken aus ganz Deutschland, die zum Thema Klinikkarriere informieren und konkrete Bewerberprofile erstellen“, erläuterte Kongressleiter Karsch. Im vorigen Jahr wurden auf der ersten Klinikinsel bereits fünf konkrete Vertragsvereinbarungen getroffen und darüber hinaus mehr als 200 Bewerber-Kontakt-Profile ausgetauscht. Gabriele Seger


Foto: Johannes Aevermann
Foto: Johannes Aevermann
Freikarten-Kontingent bis 11. Juni
Der Deutsche Ärzte-Verlag GmbH, Köln, Mitveranstalter des Kongresses, hat sich für die Unterstützung junger Mediziner wieder ein Kontingent an Eintrittskarten gesichert, das unentgeltlich abgegeben werden soll. Bereits zum Via medici Kongress angemeldeten Personen können die gekauften Karten nicht rückerstattet werden. Die Tickets können ab sofort bis zum 11. Juni beim Deutschen Ärzte-Verlag angefordert werden: per Fax unter 0 22 34/70 11-4 88 oder per E-Mail unter verlag@aerzteblatt.de.
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