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LNSLNS Sie lehnen es ab, wenn „aus bestimmten naturwissenschaftlichen Befunden normative Qualitäten und Forderungen abgeleitet“ werden, es gelte „in der Regel als ,naturalistischer Fehlschluß‘“. Die naturwissenschaftlichen Befunde sind jedoch weniger streitig als die davon losgelöste Ethik: Die vierzellige Morula verhält sich wie ein Trophoblast, der in der Lage ist, in etwa 1/3 der Fälle durch weitere Teilung einen oder mehrere Menschen knospen zu lassen. Die anderen 2/3 gehen natürlicherweise verloren. Wenn Sie nun der vierzelligen Morula aus Gründen der Ethik und ohne Beachtung der naturwissenschaftlichen Fakten die Menschenwürde im Sinne des Artikel eins des Grundgesetzes zuerkennen, drängen sich mir Fragen auf, um deren Beantwortung ich bitte: Sollte man die Gültigkeit des § 218 StGB auf die ersten zwei Wochen nach Befruchtung ausdehnen? Wäre dann eine PID zwar gesetzeswidrig, aber nicht strafbar? Sollte man Nidationshemmer verbieten? Haben sich die Parlamente der befreundeten Staaten, die eine PID zugelassen haben, in der ethischen Beurteilung geirrt? Die meisten Menschen, die eine PID anstreben, sind sich m. E. nicht zu fein für ein behindertes Kind, sie haben schon eins und leiden mit ihm; sie wollen nicht mit neuem Leben neues Leid schenken und sehen die Mög-
lichkeiten des § 218 StGB nicht als ethisch vertretbaren Ausweg.
Dr. Ludger Hartmer, Adenauerstraße 1 a, 59759 Arnsberg-Hüsten
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