ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2003Folterungen: Unreflektiert

BRIEFE

Folterungen: Unreflektiert

Dtsch Arztebl 2003; 100(23): A-1598 / B-1324 / C-1242

Schäfer, Jan

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LNSLNS Wer so grundlegende Werte wie Menschenrechte als „Menschenrechtsfurz im Kopf“ und Mitmenschen, die sich darüber möglicherweise ebenso viele Gedanken machen wie über ihre nächste Kassenabrechnung, als „überhebliche Gutmenschen“ diffamiert, verfügt nachvollziehbar über ein recht dehnbares „ärztliches Gewissen“. Immerhin mag sich jener Kollege fragen lassen, wie weit denn diese Dehnbarkeit wohl reichen könnte, falls sich im konkreten Einzelfall das „Armumdrehen“ bei einem „Kindermörder“, der ja in Wirklichkeit wohl immer noch ein des Kindesmordes oder der Entführung Verdächtiger sein dürfte, als nicht ausreichend erweist, um die „erwünschten“ Angaben zu erhalten? Welche Grade der Gewaltanwendung – gemeinhin auch Folter genannt – würde er unter seiner „ärztlichen“ Mitwirkung zur Anwendung bringen oder wenigstens begleitend zulassen?
Man sollte möglichst zunächst seinen Verstand zu Rate ziehen, bevor allzu heftige Affekte zwar wortgewaltig, aber unreflektiert das eigene Handeln leiten. Dies umso mehr bei einem Thema, das so komplex ist wie das hier behandelte.
Jan Schäfer,
Calvinstraße 20, 44143 Dortmund
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