ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2003Fallpauschalen: DRGs könnten das Belegarztsystem fördern

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Fallpauschalen: DRGs könnten das Belegarztsystem fördern

Dtsch Arztebl 2003; 100(23): A-1599 / B-1325 / C-1243

Schneider, Andreas W.

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LNSLNS Das im Artikel nur am Rande erwähnte Belegarztsystem bietet in idealtypischer Weise seit Jahrzehnten die von allen Leistungsträgern geforderte Aufhebung der Trennung zwischen dem ambulanten und stationären Sektor. Die aktuelle Gesetzgebung hat das Belegarztwesen grundsätzlich bestätigt und diese einzige bislang funktionierende Umsetzung des Gedankens der integrierten Versorgung mit einem eigenen G-DRG-Katalog fixiert.
Trotz aller Beteuerungen der Vertragspartner im Gesundheitssystem ist es jedoch bislang nicht gelungen, signifikante Fortschritte bei der Verbreitung des Belegarztwesens zu erzielen. Dies liegt primär an der Art der Finanzierung der belegärztlichen Leistung, die – obwohl im Krankenhaus erbracht – bislang ausschließlich aus dem Topf der niedergelassenen Vertragsärzte erfolgt. Hier steht der Belegarzt zwischen den beiden klassischen Systemen der Krankenversorgung.
Die Lösung dieses Problems ist nur durch eine sektorenübergreifende, den Geboten der integrierten Versorgung folgende Finanzierung möglich. Hier könnte nun durch die Einführung der G-DRGs zur Finanzierung ein neuer Ansatz gefunden werden, der einerseits das Belegarztwesen fördert, andererseits aber auf die alleinige Mehrbelastung des für die ambulante Versorgung bestimmten Honorartopfes verzichtet.
Folgendes Modell wäre möglich: Die gesamte Finanzierung erfolgt über Fallpauschalen. Die um durchschnittlich 11 bis 18% (um den s. g. Arztanteil) reduzierten Belegarztpauschalen werden an das Krankenhaus gezahlt. Der Differenzbetrag der Fallpauschalen vom Belegarzt-DRG zum Vollabteilungs-DRG jedoch wird zukünftig zur Finanzierung der stationär-belegärztlich erbrachten Leistung genutzt, z. B. durch dessen Zahlung an die Kassenärztlichen Vereinigungen.
Der Belegarzt erhielte dabei seine ( nebenbei deutlich höher als nach dem EBM bewertete) Vergütungen weiterhin im Rahmen seiner vertragsärztlichen Tätigkeit. Diese Lösung ermöglicht dabei den Erhalt des Status des Vertragsarztes und erfordert keine wesentliche Änderung der derzeitigen vertraglichen Situation. Durch dieses Finanzierungssystem wäre eine gerechte Honorierung nach dem Grundsatz „Gleiches Geld für gleiche Leistung“ gewährleistet und dem Belegarztwesen der Durchbruch gelungen.
Dr. med. Andreas W. Schneider, Berufsverband der Deutschen Urologen, Krankenhaus Salzhausen, Bahnhofstraße 5, 21376 Salzhausen
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