ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2003Vergessene Instrumente und Tupfer nach der Operation

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Vergessene Instrumente und Tupfer nach der Operation

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LNSLNS Bei Notfalloperationen, unvorhergesehenen Änderungen während der Operation sowie bei dickeren Patienten besteht ein höheres Risiko, dass Instrumente oder Tupfer im Körper übersehen oder vergessen werden.
Das amerikanische Autorenteam analysierte die bei einem großen Versicherungsunternehmen eingegangenen diesbezüglichen Schadensersatzklagen. Als Referenz wurden vergleichbare Operationsdaten anderer Patienten angeführt. Es wurden 54 Patienten identifiziert, bei denen 61 Fremdkörper gefunden wurden. In 69 Prozent handelte es sich hierbei um Tupfer und bei den restlichen Fällen um chirurgische Instrumente.
Eine notfallmäßig durchgeführte Operation ging mit einem fast neunfach erhöhten Risiko einher, dass Tupfer oder Instrumente im Körper verblieben. Weitere risikoreiche Ereignisse waren eine unerwartete Änderung des Operationsverfahrens sowie die Beteiligung von mehr als einem Operationsteam beziehungsweise der Wechsel der Operationsschwestern sowie ein erhöhter Bodymass-Index.
Die Autoren empfehlen bei ausgewählten Hochrisikopatienten routinemäßig eine intraoperative Röntgenaufnahme zu erstellen. Sie vermuten, dass 300 Aufnahmen notwendig sind, um ein vergessenes Objekt zu identifizieren. me

Gawande AA, Studdert DM, Orav EJ et al.: Risk factors for retained instruments and sponges after surgery. N Engl J Med 2003; 348: 229–235.

AA Gawande, Department of Surgery, Brigham and Women´s Hospital, 75 Francis Street, Boston, MA 02115, USA.

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