ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2003Unspezifische Rückenbeschwerden: Schlusswort
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LNSLNS Mit der Studie, die eine umfangreiche gesundheitsökonomische Evaluation beinhaltete, konnte erstmals gezeigt werden, dass eine nur fünfwöchige Rückenschule für Personen mit chronifizierenden Rückenbeschwerden außerhalb des betrieblichen Settings zu einem beachtlichen volkswirtschaftlichen und einzelwirtschaftlichen „return on investment“ führte. Dieser Gewinn beruht – bei hohen initialen Ausgaben für eine zielgruppenorientierte Teilnehmergewinnung und Kursdurchführung – vor allem auf einer deutlichen Reduktion von insbesondere krankengeldbezogenen Arbeitsunfähigkeitstagen. Mit dem Rückenschulprogramm wird eine relative Reduktion des Arbeitsausfalls von 18,5 Arbeitsunfähigkeitstagen erreicht.
Effekte hinsichtlich der Lebensqualität (SF 36) zeigen sich langfristig lediglich in der Dimension Rückenschmerzstärke.
Die Erfahrungen der Studie zeigen, dass insbesondere Teilnehmer, die
für gesundheitsförderliche Maßnahmen nur schwer motivierbar sind, am ehesten über bewegungsorientierte Angebote erreicht werden können. Maßnahmen, die verstärkt psychische Dimensionen ansprechen, werden eher als Folgeangebot akzeptiert.

Literatur
1. Hoopmann M, Krauth C, Schwartz FW, Walter U:
Gesundheits- und leistungsbezogene Wirksamkeit von Rückenschulen. Ergebnisse der Effektevaluation eines außerbetrieblichen Rückenschulprogramms der AOK Niedersachsen. In: Walter U, Drupp M, Schwartz FW, eds.: Prävention und Krankenkassen. Zielgruppen, Zugangswege, Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit. München, Juventa Weinheim; 2002: 239–250.
2. Krauth C, Hoopmann M, Schwartz FW, Walter U: Wirtschaftlichkeit von Interventionen zu unspezifischen Rückenbeschwerden. Gesundheitsökonomische Evaluation eines Rückenschulprogramms
der AOK Niedersachsen. In: Walter U, Drupp M, Schwartz FW, eds.: Prävention und Krankenkassen. Zielgruppen, Zugangswege, Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit. München: Juventa Weinheim; 2002; 306–317.

Priv.-Doz. Dr. phil. Ulla Walter
Medizinische Hochschule Hannover
Abteilung Epidemiologie, Sozialmedizin und
Gesundheitssystemforschung
30625 Hannover

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