ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2003Unfälle im Ausland: Regulierung vereinfacht

Versicherungen

Unfälle im Ausland: Regulierung vereinfacht

Dtsch Arztebl 2003; 100(23): [63]

Combach, Rolf

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LNSLNS Weit mehr als 100 000 Unfälle ereignen sich jährlich zwischen deutschen und ausländischen Autofahrern – die meisten davon in den Ferienmonaten. Oft wissen die Beteiligten dann nicht, wie die Schadenregulierung gehandhabt wird.
Unfallschäden werden nach dem Recht des Landes reguliert, in dem sie entstanden sind. Wird ein deutscher Autofahrer hierzulande in einen Unfall verwickelt, den ein Ausländer verursacht, kann er sich zur Schadenregulierung an das „Grüne-Karte-Büro“ in Hamburg wenden. Die Adresse: Deutsches Büro Grüne Karte e.V., Postfach 10 14 02, 20009 Hamburg, Telefon: 0 40/ 33 44 00, Internet: www.gruene-karte.de. Das Büro beauftragt dann eine Versicherungsgesellschaft, die den Schaden nach deutschem Recht reguliert. Es gelten die gesetzlichen Mindestdeckungssummen, also für Personenschäden 7,5 Millionen Euro pro Unfall und 500 000 Euro für Sachschäden. Hat der deutsche Autofahrer den Unfall verursacht, reguliert seine Versicherung die Schadenersatzansprüche des Ausländers wie bei einem deutschen Geschädigten.
Die 4. Kraftfahrzeughaftpflicht-Richtlinie, die Anfang des Jahres in Kraft trat, soll dem Autounfall im Ausland den Schrecken nehmen. Sie bringt für den Geschädigten entscheidende Vorteile mit sich. Das Wichtigste: Wer unschuldig in einen Autounfall im Ausland verwickelt wurde, hat künftig für die Behandlung seines Auslandsschadens einen Ansprechpartner im eigenen Land. Auskunft über den verantwortlichen Versicherer und den richtigen Ansprechpartner erteilt in Deutschland der Zentralruf (Telefon: 01 80/2 50 26). Die neue Richtlinie verbessert zwar die Position des Geschädigten, als Schutz für das Risiko bei Auslandsunfällen bleiben aber der Abschluss von Schutzbrief, Kasko- und Rechtsschutzversicherung empfehlenswert. Rolf Combach
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