ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2003Operationen: Patienten zeitig aufklären

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Operationen: Patienten zeitig aufklären

Dtsch Arztebl 2003; 100(23): [63]

WZ

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LNSLNS Ärzte müssen ihre Patienten spätestens am Tag vor einer riskanten Operation über die Gefahren des Eingriffs aufklären. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (Az.: VI ZR 131/02) gilt dies in der Regel bei stationären Behandlungen, aber auch bei größeren ambulanten Eingriffen mit beträchtlichen Risiken. Das Selbstbestimmungsrecht des Patienten erfordere, dass er nach den gegebenen Umständen noch ausreichend Gelegenheit habe, sich innerlich frei für oder gegen eine Operation zu entscheiden.
Damit gab der BGH einem Kläger Recht, der von seinem Arzt Schadenersatz und Schmerzensgeld verlangt, weil er erst Stunden vor der – schon drei Tage zuvor anberaumten – Bandscheibenoperation über das Risiko einer Lähmung der Blase aufgeklärt worden war. Tatsächlich trat bei ihm ein Jahr später eine Blasenlähmung auf. Das Oberlandesgericht Koblenz hatte die Aufklärung für ausreichend gehalten, weil der Patient noch Zeit gehabt habe, seinen Vater oder einen Freund – beide Ärzte – um Rat zu fragen. Dem folgte der BGH nicht. Nur bei normalen ambulanten und diagnostischen Eingriffen genüge die Aufklärung des Patienten am Tag der Operation. Hier hingegen – bei einem Eingriff an einer sensiblen Stelle – hätte der Patient mehr Bedenkzeit benötigt. Dabei komme es nicht darauf an, wie häufig das Risiko tatsächlich zu Komplikationen führe. WZ
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